Александр Усовский – Was geschah am 22 Juni 1941? (страница 8)
Nein.
Nein? Dann wozu braucht ihr überhaupt eine eigene Armee? Und ob ihr auch einen eigenen Staat braucht?
Es sei gesagt, dass Hitler nicht nur an Deutsche gedacht hatte. Ein Teschengebiet (liegt östlich von dem Industriegebiet Mährisch Ostrau) wurde Polen (die Polen machten dort einen Teil der Bevölkerung aus), und ein Teil von Süd – u. Südwestlicher Slowakei (wo die Mehrheit der Bevölkerung die Ungarn ausmachten) – Ungarn übergeben. Außerdem bekam Ungarn den südlichen Teil Karpatenrusslands (weil sie bis 1918 ein Teil Ungarns war). Im November wurden die Slowakei und Karpatenrussland durch ein Verfassungsgesetz mit Autonomie beschenkt.
Apropos, eine interessante Tatsache. In der Slowakei gab es auch Territorien, wo Deutsche kompakt wohnten. Zum Beispiel das Städtchen Partisanske in der Mittelslowakei (nach 1945 wurde es in Partisansk umbenannt; die Heimat eines Klassikers der slowakischen Literatur Rudolf Jaschiks) war 1939 zu dreiviertel deutsch. Aber Deutsche galten hier als ein zugewandertes ethnisches Element, und Hitler hat nie einen Übergang der slowakischen Städte mit deutscher Bevölkerung unter die deutsche Gerichtsbarkeit gefordert. Denn diese Städte gehörten nie Österreich (der Form nach lagen sie gewiss auf dem Land Habsburgs, hier aber standen sie in unmittelbarem Besitz ungarischer Könige) oder Deutschland…
Und noch etwas. Wenn Tschechen und Slowaken wie Pech und Schwefel zusammenhalten, warum gibt es dann heute keine einheitliche Tschechoslowakei? Die „zwei slawischen Brudervölker“ liefen auseinander, weil sie ohne Überwindung nicht miteinander zusammenzuleben vermochten. Ist es auch Hitlers Schuld? 50 Jahre später nach dem ersten Zerfall der „einheitlichen Tschechoslowakei“?
„Besänftigung des Aggressors“ – so wie es üblich ist, die Zugeständnisse dem Führer seitens westlicher Ländern zu nennen. Aber ich bitte Sie, meine Herren! 1938 hatte Wehrmacht kaum 500 Panzer, Frankreich dagegen hatte fünfmal so viel! „Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit“ – mit diesem Fachausdruck lässt sich am besten all das beschreiben, was im Mitteleuropa in den Jahren 1936–1940 vor sich ging.
Am 14 März 1939 verabschiedete Slowakischer Seim ein Gesetz über den selbstständigen und unabhängigen Slowakischen Staat, und am 15 März wurde eine „gemeinsame“ Deklaration von den Regierungen Deutschlands und der TSR veröffentlicht, wo es darum ging, dass von nun an das Deutsche Reich die Sorge um die weitere Existenz des „Protektorats Böhmen und Mähen“ übernimmt. Eine unabhängige Tschechoslowakei hörte auf zu existieren, ohne einen Schuss gegen die „deutschen Besatzer“ abgefeuert zu haben. Keinen einzigen Schuss!
Später, wenn die alleuropäische Katastrophe die Welt in einen endlosen Zug von Gewalt, Zerstörung und Tod verwandelt, wenn die Siege der Wehrmacht durch die technologische, zahlenmäßige Ressourcenüberlegenheit der Alliierten zunichte gemacht werden – dann wird diese Sudetenkrise wie ein Kinderfest für die anspruchslose Publik vorkommen. Und der friedliche Eintritt von Böhmen und Mähren (als Protektorate) in das Deutsche Reich wird als irgendeine weite, halbvergessene, undenkbare Fantasie in der Flamme des blutigen Weltbrandes gelten, der das „neue Europa“ Adolf Hitlers vernichtet hat.
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Vorerst aber schreiben wir den März 1939, und es wird ans Reich noch ein Stück des deutschen Bodens angeschlossen, das ihm 1923 entrissen worden war.
Es ist kennzeichnend, dass Memel de jure ein Bestandteil Deutschlands auch nach dem Versailles Frieden blieb. Aber bis zur Auszahlung von Reparationen (ungeheuerlich enormen Reparationen, die zum Anfang 1923 Deutschland an den Rand eines Hungertodes getrieben haben) ließ man die Stadt, Burg und den Hafen unter gemeinsame Verwaltung der Alliierten – Sieger übergeben. Als Pfand, sozusagen.
Am 11 Januar 1923 führten die Franzosen ihre Streitkräfte ins Reingebiet ein – Deutschland zehrte all seine denkbare und undenkbare Ressourcen auf, beim Versuch, Reparationen auszuzahlen, und im Januar 1923 war es bankrott. Die Franzosen hatten in unglücklichem Land schon nichts zum Nehmen – dann sollten sie wenigstens großtun! Es ist bekannt, dass wohin das Pferd mit seinem Huf – dahin will auch der Krebs mit seiner Schere. Und Litauen (ein winziger Limitroph- Staat, noch eine absurde Ausgeburt von Versailles, eine Kleinrepublik am Rande der Karte) hatte es auch auf ein Stück des deutschen Territoriums abgesehen! Und innerhalb von 2 Tagen, vom 13 bis zum 15 Januar 1923, besetzten litauische Streitkräfte (wahrhaftig, mir selbst kommt die Wortverbindung „litauische Streitkräfte“ komisch vor – aber man kann ja bekanntlich nicht „die Worte aus dem Song entfernen“) Memel. Am 23 Januar waren die Stadt und der Hafen zügig in Klaipeda umbenannt und offiziell an Litauen angeschlossen worden. Der Akt eines unverhohlenen Banditentums und einer nicht provozierten Aggression. Deutschland war Litauen nichts schuldig, und wenn die Franzosen für die Besatzung des Reingebietes noch irgendwelche Rechte (mögen es auch die Siegerrechte sein, das ist unwichtig) hätten geltend machen können, so hatte der kleine, aber schrecklich aggressive Limitroph-Staat fürs Ansichreißen des deutschen Hafens Memel gar keinen Grund.
Es ist mitunter komisch, die sowjetischen Bücher zu lesen, besonders wo es sich um die Vorkriegszeit handelt.
Wir sind da immer so friedliebend! Wir haben uns so um die „kollektive Sicherheit“ gekümmert! Wir haben die ganze Welt aus vollem Halse vor der „faschistischen Aggression“ gewarnt, aber niemand wollte auf uns hören und als Folge war der Zweite Weltkrieg ausgebrochen!
Das Panzerschiff „Deutschland, mit dem Reichskanzler A. Hitler im März 1939 in Memel eintraf
Darüber hinaus stand in allen unseren Büchern, dass Deutschland im Jahre 1939 die „litauische Stadt Klaipeda ergriff“. Welch schlechte Menschen sind diese Deutsche! Österreich und Tschechoslowakei waren ihnen nicht genug – sie haben es noch auf ein armes, kleines Litauen abgesehen!
Am 22 März 1939 verlangte Hitler von Litauen, Memel Deutschland zurückzugeben. Einfacher gesagt: das Gestohlene zurückgeben.
Die Litauer beschlossen, dass es keinen Sinn hat, sich dem zu widersetzen, und sofort haben sie sich aus dem Staube gemacht… – pardon: sie haben ihre Verwaltung aufgelöst.
Am 15 Mai 1939 hatten Großbritannien und andere Mitglieder des Völkerbundes den Übergang Memels an Deutschland de jure anerkannt.
Also lasst uns vorläufig unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Mai 1939 richten.
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Was fällt einem Menschen auf, der sich aus dem Würgegriff der Agitationspropaganda der „Sieger“ befreien konnte?
Alle „Territorialerwerbungen“ des Dritten Reiches sind nicht mehr als eine Eigentumsrückgabe dem wahren Besitzer. Mag sein, dass es etwas grob und aufdringlich, aber politisch vollkommen legitim durchgeführt wurde.
Der Anschluss von Österreich? Dies geschah jedoch nach beiderseitigem Einverständnis von Österreicher und der Seite, die Verträge von Versailles und Saint-Germaint seitens der „Sieger“ unterzeichnet hatte. Und das war schon der zweite
Anschluss, denn der erste Anschluss war, falls der Leser sich erinnert, bereits im März 1919 stattgefunden. Die durchgeführte (allerdings nach der tatsächlichen Wiedervereinigung) Volksabstimmung hatte Freiwilligkeit dieses Aktes des österreichischen Volkes bestätigt. Vom Standpunkt des internationalen Rechtes ist alles fair.
Der Anschluss vom Sudetengebiet an Deutschland? Dies geschah aufgrund von den „14 Wilson-Punkte (genauer gesagt eines von ihnen – „Selbstbestimmungsrecht der Nationen“)“ und mit Einverständnis von allen europäischen Garanten der tschechoslowakischen Unabhängigkeit. Und mit anschließender Bewilligung der tschechoslowakischen Regierung.
Protektoratserrichtung über Böhmen und Mähren? Auch dies geschah im Einvernehmen mit damaliger legitim gewählter Regierung Tschechoslowakei. Niemand hatte Präsidenten Hacha zu diesem Schritt gezwungen. Er hätte sich auch weigern können – bitte, ihr könnt mich erschießen, aber euer niederträchtiges Papier werde ich um nichts auf der Welt unterschreiben! Obendrein war er ein älterer Mann, dessen Leben schon zur Neige ging – er könnte sich in die Geschichte als Märtyrer des tschechoslowakischen Volkes eintragen lassen. Nein, er hatte mit Hitler eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, und das nicht als Bürger Hacha, wohnhaft in Winogrady, Straße Waclaw Nepomuzkaja, Stoiberhaus, sondern als Präsident der Tschechoslowakischen Republik.
Es sei erwähnt, dass all die Nachkriegsfabeln über den tschechischen Widerstand, der angeblich nach 22.06.1941 ausgebrochen war, sind nichts weiter als eine zu 90 % plumpe Erfindung. Die Tschechen hatten fleißig fürs Deutsche Reich gearbeitet, sie bauten Schützenpanzerwagen und selbstfahrende Maschinen, sie nähten Stiefel zusammen und produzierten Millionen Patronen und hundert Tausende Geschosse, mit denen, übrigens, mein Leser, unsere Groß. – u. Urgroßväter getötet wurden!
Panzervernichter „Hetzer“
Die Ingenieure der tschechischen Firmen MWW (ehemalige „Prag“) und „Skoda“ konnten auf der Grundlage ihres Panzers LT-38 die ausgezeichneten Selbstfahrgeschütze („Marder“, ausgerüstet mit unserer 76-mm Beutekanone V-22, eine leichte selbstfahrende Panzerabwehrmaschine Hetzer – die beste bei der Panzerwaffe) schaffen. Und wenn sie sich nicht so tüchtig ins Zeug gelegt hätten – wie viele unsere Panzersoldaten wären dann am Leben geblieben! Vom April 1944 bis zum 9 Mai 1945 (ich mache keine Witze, bis zum 9 Mai (!) produzierten die Tschechen das Kriegsmaterial für die Deutschen!) rollten vom Fließband 2584 selbstfahrende Maschinen „Hetzer“, die äußerst wirkungsvoll die russischen Panzer bekämpft haben. Die Tschechen hätten wenigstens Schraubenmutter in die Motorzylinder werfen können. Aber nein – die „Hetzer“ zeichneten sich durch hervorragende Betriebseigenschaften aus, was die deutschen Panzergeneräle auch einstimmig bestätigten.