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Александр Усовский – Was geschah am 22 Juni 1941? (страница 7)

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Der neue Kanzler Schuschnigg ließ die österreichischen Nazis nicht so eifrig einsperren – 1937 haben sie sich in Österreich schon drastisch vermehrt. Außerdem war er gezwungen, mehreren Tausend österreichischen Anhängern der Nazi-Idee Straferlass zu gewähren.

Und weiter ging alles nach dem in Berlin geschriebenem Drehbuch. Da gab es zwar eine kleine Verzögerung – dem Anschluss standen immer noch die Bedingungen eines Friedensvertrags von Saint- Germain im Wege. Aber die Zeit hatte sich geändert – jetzt verteidigten die „Sieger“ ihre Rechte schon nicht mehr so eifrig. Man fing an, sich vor Deutschland zu fürchten

Im November 1937 bewilligte Lord Halifax (damals Außenminister) den Anschluss. Das ist eine historische Tatsache. Denn nur nach der britischen Zustimmung gelang es, die Deutschen unter dem Dach eines Staates zu vereinigen.

Am 13 März 1938 trat in Kraft das Gesetz „über die Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschem Kaiserreich“, dessen Teil, übrigens, es ohnehin schon über Tausend Jahre lang war (einst hieß dieses Gebilde „das Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, wo Österreich eine Hauptrolle gespielt hatte). Dieser Anschluss war ohne einzelnen Schuss und mit voller Begeisterung Wiener Menschen vollbracht worden.

Am 6 April wurde der Anschluss von den Regierungen USA und Großbritannien anerkannt.

Gab es dabei viele österreichische Partisanen, die in die Berge geflohen waren, um die Nazibesatzung zu bekämpfen?

Es gab keinen einzigen!

Sechs österreichische Divisionen traten der Wehrmacht bei, dabei dürften Generale, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten alle ihre Dienstgrade und Dienstjahre behalten. Die Österreicher wurden zu den vollwertigen und gleichberechtigten Reichsbürgern (selbstverständlich nur die Deutschen; die anderen, wie auch in Deutschland, wurden zu „Untertanen“). Die österreichischen Deutschen hatten absolut gleiche Rechte wie Deutsche aus Sachsen oder Hannover.

Die Tatsache, dass bei einer von der neuen deutschen Macht durchgeführten Volksabstimmung über 90 % Bevölkerung Österreichs für den Anschluss gestimmt haben (nachträglich), ist dadurch zu erklären, dass selbst eine durch und durch autoritäre Macht die Bewilligung ihrer Handlungen von den Wählern braucht. Und je höher das Prozent der Wähler ist, die für diese Macht abstimmen, desto mehr wird ihr bewusst, dass sie mit ihrem Volk ins gleiche Horn bläst.

Bei seiner Rede am 15 März 1938 im Wiener Palast „Hofburg“ sagte Hitler: „Ich kann somit in dieser Stunde dem deutschen Volke die größte Vollzugsmeldung meines Lebens abstatten: Als Führer und Kanzler der deutschen Nation und Reiches melde ich vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich!“.

Vor 25 Jahren verließ er die Heimat als gänzlich unbekannter Wanderer, heute war er als Sieger zurückgekehrt. Es gab was, worauf er in schönem Wien (scharlachrot von den Reichsfahnen), das ihn auf dem ganzen Weg bis zum Palais der österreichischen Kaiser willkommen hieß, stolz sein konnte. In amerikanischem Stil ausgedrückt: „Er hat das geschafft!“

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Aber noch lebten nicht alle Deutsche unter einem Dach. Nach Osten hin von der bayerischen Grenze litten über 3 Millionen ihrer leiblichen Brüder unter Unterdrückung, und die Pflicht des Führers der deutschen Nation gebot ihm sie vorm Leid und Schmerz zu retten.

Klingt das nicht sehr nach Übertreibung und einem dummen Pathos?

Seit 1620, von Weißem Berg an, gehörte Tschechien den österreichischen Habsburgs, und selbst das Wort „Tschechien“ war lediglich ein geographischer Begriff (wie „Böhmen und Mähren“). 300 Jahre lang waren Deutsche Herrscher über dieses Land und in den Gebieten Deutschböhmen und Sudetenland machten sie immer eine absolute Mehrheit aus – jedenfalls seit ihrer Umsiedlung nach Europa, etwa 300 Jahre vor Christi.

Erster Präsident der Tschechoslowakei Masaryk mit seinem Sohn

Und nun – da haben wir die Bescherung! Die Territorien, die von alters her von Deutschen besiedelt und die letzten 300 Jahre im Besitz der österreichischen Krone waren, übergehen auf einmal (wie hingezaubert von Hexenmeistern aus Versailles) unter Gerichtsbarkeit eines neugeborenen tschechischen Staates. Außerdem ließ man Deutschland einen Teil Schlesien und Landkreis Leobschütz an die Tschechoslowakei abtreten.

Anfangs schien alles in Ordnung zu sein. In der Verfassung TSR aus dem Jahre 1920 verpflichtete sich Tschechoslowakei, die Rechte und Interessen jener Einwohner einzuhalten, die sich durch ihre Rasse, Sprache oder Religion von der Mehrheit Bevölkerung unterschieden. Aber schon in dieser Verfassung verschwanden auf erstaunliche Weise die Versprechungen von einer weiten Autonomie für die Deutsche, oder, im äußersten Fall die Gewährung von Gemeinschaftsrechten für sie, wie auch all das, was den Deutschen bei Ausrufung der TSR versprochen wurde. Kurzum, bei der Ausarbeitung dieser neuen Verfassung gewann der tschechische Radikalnationalismus die Oberhand – den Deutschen wurde das Recht verweigert, irgendwelche

Organe der deutschen Selbstverwaltung außer auf einem Kommunalniveau zu haben. Nach tschechischen Gesetzen mussten zwei Beamte deutscher Nationalität untereinander tschechisch sprechen!

Es wurde kein deutscher Landsmannschaftsminister ernannt (für die Kontrolle der Einhaltung der Rechte einer nationalen Minderheit). Deutsch war nicht als eine zweite staatliche Sprache anerkannt worden.

Ich darf Sie nochmals daran erinnern, dass in der TSR auf 8 Tschechen und Slowaken 3 Deutsche entfielen! Und diese zweite der Zahl nach Bevölkerungsgruppe wurde aller Rechte auf eine nationale Selbstidentifikation beraubt! Auch das ganze System des tschechoslowakischen Rechtes in der nationalen Angelegenheit beruhte auf den individuellen Persönlichkeitsrechten, ohne die Gemeinschaftsrechte von den nationalen Minderheiten anzuerkennen. Die Krise 1929 traf erbarmungslos die ganze TSR, aber noch schlimmer traf sie die dort lebende deutsche Bevölkerung. Eine Million Arbeitslosen auf 3,5 Millionen Deutsche – das ist zuviel! Finden Sie nicht? Wenn ein jeder dritte Deutscher einer Möglichkeit beraubt war, sein tägliches Brot zu verdienen – über welchen Schuft Henlein reden Sie überhaupt?! Die Leute hatten einfach nichts zum Fressen!

Die Sudetendeutsche Partei Henleins belegte während der Parlamentswahl 1935 in den nordwestlichen Gebieten der TSR den ersten Rang. Natürlich fingen die Deutschen an auf eine Autonomie oder Föderation zu hoffen, aber denkste! Das Organ der damals oppositionellen Nationaldemokratischen Partei „Narodni Listy“ (gegründet von K. Kramarsh, dem eigentlich die Unterdrückungspolitik von deutscher Minderheit zuzuschreiben ist) berichtete, dass man den Deutschen keine Autonomie gewähren darf, denn in diesem Falle wären da 350000 Tschechen geblieben – als ob es nicht um eine Autonomie in Grenzen eines Staates, sondern um die Trennung Sudeten von der TSR ginge!

Wollen sie es nicht im Guten haben, dann werden sie es im schlechten haben. Am 12–13 September 1938 brach in Sudeten ein Aufstand der deutschen Bevölkerung unter Führung Konrads Henleins aus. Der Putsch wurde niedergeschlagen, die Partei aufgelöst, und die Teilnehmer gerieten ins Gefängnis, aber das bedeutete bereits gar nichts. Das war eine Agonie…

Hitler verlangte die deutschen Territorien der TSR unter deutsche Verwaltung zurückzugeben. Seine Forderungen wurden als gesetzmäßig anerkannt und am 29 September 1938 unterzeichneten Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien ein Abkommen über die Übergabe eines Sudetendeutschen Gebietes dem deutschen Reich. Die Tschechen wurden nicht einmal zur Aufteilung ihres eigenen Landes eingeladen!

Die tschechoslowakische Regierung stimmte am 30 September 1938 der Teilannektierung des eigenen Territoriums zu.

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Wenn du dieses Land für deins hältst, dann kämpfe dafür!

Erst recht, weil am 23 September in der Tschechoslowakei eine Mobilmachung bekanntgegeben wird, die wiederum mustergültig durchgeführt wurde. Divisionen sind mobilisiert, Streitkräfte haben die Grenzbefestigungsanlagen besetzt.

Die Verbündeten zögern die Hilfe hinaus? Der Teufel soll sie holen! Man kann auch alleine kämpfen! Zumal die Deutschen gar keine kräftemäßige Überlegenheit haben! Im Herbst 1938 betrug die Gesamtstärke der deutschen Armee nur 2,2 Mio. Mann, dazu kamen 720 Panzer und 2500 Flugzeuge.

Tschechischer Panzer LT-35 im Dienst der Wehrmacht

Die tschechische Armee hatte eine Stärke von ungefähr 2 Mio. Mann, 469 Panzer, 5700 Geschütze und 1582 Flugzeuge.

Die Tschechen hatten Rüstungsbetrieb „Skoda“ – eines der größten Werke der Welt. Die Tschechen lieferten Waffen für die Hälfte der Erde – z. B. China und Uruguay kämpften mit ihren Waffen. Die Tschechen hatten Waffenvorräte für 30 Divisionen: 1200000 Mausergewehre, 50000 leichte Maschinengewehre und 12000 schwere Gewehre, 114000 Pistolen. Sie hatten über 2500 47-mm Panzerabwehrkanonen (Bauart 1936) P. U. V. Das war dreimal so viel, wie die Wehrmacht Panzer hatte.

LT-38 und seine (noch) Tschechische Besatzung

Die Tschechen besaßen 424 Panzer LT-35, 45 neue Panzer LT-38 (sie waren bei den Deutschen noch 4 Jahre danach im Einsatz!) und über 1500 Flugzeuge. Schlagt euch!