Валентин Красногоров – Heute oder nie! (страница 21)
ER: Vielleicht bestellen wir etwas?
SIE: Kein Bedarf, danke. Ich will Sie nicht ruinieren.
ER: Mein Geldbeutel wird diesen Schlag verkraften.
SIE: Nein, ich danke Ihnen.
ER: Dann eine Tasse Kaffee?
SIE: Nein.
ER:
SIE: Sie sehen selbst – eine Männerjägerin.
ER: Das ist klar. Und genauer?
SIE: Sag´ ich nicht. Ein Geheimnis verleiht einer Frau Anziehungskraft. Ein Mann will sie sofort verstehen.
ER: Glaubst du?
SIE: Ich weiß es. Andernfalls wird sie uninteressant, wie ein gelöstes Kreuzworträtsel.
ER:
SIE: Ehrlich gesagt, keinerlei. Deshalb muss ich sie mir ausdenken, um interessanter zu sein. „Dich habe ich gesehen, aber mein Geheimnis verdeckten die Züge“… Mein Geheimnis verdeckte die Züge?
ER:
SIE: Sehr gut. „Wer bist du – ich kenne dich nicht. Aber unsere Liebe steht uns noch bevor“.
ER: Nun, bezüglich der bevorstehenden Liebe bin ich mir nicht sicher.
SIE: Ach ja, ich hab´ vergessen: Sie sind doch verheiratet. Liebe von einer Anderen, sogar für eine Nacht, ist für Sie unmöglich.
ER: Hat für dich Treue in der Ehe keine Bedeutung?
SIE: Wenn sie für Sie so wichtig ist, dann bin ich bereit, Sie für ein paar Stunden zu heiraten.
ER: Für ein paar Stunden?
SIE: Ja, und? Das ist angenehmer, als für das ganze Leben.
ER: Dir ist auch nichts heilig.
SIE:
ER: Denken Sie tatsächlich, dass alle Männer so sind?
SIE: Ich wäre froh, anders denken zu können, aber …
„Aber bedauernswert der, der alles vorhersieht,
Dessen Kopf sich nicht dreht,
Der alle Bewegungen, alle Worte
In ihrer Übersetzung hasst,
Dessen Herz der Verstand verurteilt
Und sich zu vergessen verbat“…
ER: Sie kennen sogar Gedichte. Woher diese Gelehrtheit?
SIE: Ach, Sie wieder, was heißt denn da Gelehrtheit… Evgènij Onègin nimmt man in der Schule durch. Diese schönen Zeilen kennt jedes romantische Mädchen.
ER: Wie heißt du?
SIE: Das ist nicht wichtig. Wir gehen trotzdem morgen früh auseinander und werden uns nie mehr wiedersehen.
ER: Ich sehe, du gehst davon aus, dass diese Sache schon entschieden ist.
SIE: Dass wir auseinandergehen
ER: Nein, dass morgen früh.
SIE: Und wann denn? Übermorgen?
ER: Nein, heute Abend. Wir stehen vom Tisch auf und winken uns mit der Hand zu.
SIE: Schlecht der Mann, der eine Frau zum Abendessen einlädt, nicht hoffend, mit ihr auch zu frühstücken.
ER: Aber ich hab´ dich nicht zum Abendessen eingeladen. Du hast dich selber eingeladen. Sag…en Sie, gehen Sie wirklich diesem Beruf nach?
SIE: Ich mag meinen Beruf und habe ihn lange studiert. Ich schäme mich kein bisschen. Und überhaupt, wer ich bin – ist für Sie schon lange klar, da gibt es nichts zu reden. Erzählen Sie lieber über sich.
ER: Nichts zu erzählen.
SIE: Warum denn nichts? Zum Beispiel haben Sie mit Stolz erklärt, dass Sie verheiratet sind. Hier, erzählen Sie über Ihre Frau.
ER: Weshalb?
SIE: Ich will Ihren Geschmack kennenlernen. Der Frau am Rand ist es immer interessant, über die Frau im Zentrum zu hören.
ER:
SIE: „Ehefrau ist Ehefrau“… Direkt nach Tschechov. „Drei Schwestern“. Ist sie Blondine, brünett?
ER: Was ist schon der Unterschied?
SIE: Nichts. Einfache Neugier. Haben Sie ein Foto?
ER: Nein. Und wenn ich eins hätte, würde ich´s nicht zeigen.
SIE: Das versteht sich. Weshalb das reine Angesicht einer Ehefrau-Schönheit irgendeinem Mädchen vorführen? Gefällt sie Ihnen?
ER: Sie gefällt.
SIE: In allen Beziehungen?
ER: In allen Beziehungen.
SIE: In der intimen auch?
ER: In der intimen besonders.
SIE: Und Sie wollen sogar keine Abwechslung, manchmal?
ER: Nein, keine.
SIE: Lüge! Das widerspricht der Natur des Mannes. Das sollten Sie aber wissen, Sie sind doch Biologe. Oder Psychologe?
ER:
SIE: