Валентин Красногоров – Heute oder nie! (страница 15)
DOKTOR: Wie?
MARINA: Habe ich Ihnen denn nicht gesagt, dass ich von Beruf Programmiererin bin?
DOKTOR: Sie?!
MARINA: Und Ihr technisches Problem ist aus Sicht eines Programmierers nur ein Nichts. Setzen Sie sich neben mich.
Hier, schauen Sie… Wir öffnen eine Datei mit der Krankengeschichte Antons… Der PC zeigt an, dass sie heute geschaffen wurde. Richtig?
DOKTOR: Richtig.
MARINA: Jetzt eine kleine Korrektur… Schauen Sie jetzt – wann wurde die Datei geschaffen?
DOKTOR:
MARINA:
DOKTOR: Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll!
MARINA: Danken brauchen Sie nicht.
DOKTOR: Nun, was schweigen Sie denn?
MARINA: Es ist schwer, mich zu überwinden. Aber ich werd´s doch sagen.
MANN:
MARINA: Nun, reden Sie.
MANN: Sie wissen hervorragend, um was es geht.
MARINA: Nicht ganz.
MANN: Dann führe ich die Sache so klar und kurz aus, wie möglich, zudem wenig Zeit übrig bleibt. Sie haben aus der Bank die Ihnen bekannte Summe entwendet. Das Geld ist zwar nicht auf Ihr Konto überwiesen, aber Sie wissen bestens, was darauf steht.
MARINA: Gefängnis.
MANN: Völlig richtig. Sie galten als gebildete Mitarbeiterin. Ehrlich gesagt, ich bewundere auch jetzt noch Ihre Kunstfertigkeit, mit der Sie diese Operation durchgeführt haben. Zwei Jahre hat die Bank nicht bemerkt, wie eine einzige Zeile im Computerprogramm zu dem Geldverlust geführt hat.
MARINA: Man muss noch beweisen, dass ich diese Zeile einfügt habe.
MANN: Experten werden das beweisen.
MARINA: Unklar, wer erfahrener ist – ich oder Ihre Experten. Was wollen Sie von mir?
MANN: Geben Sie das Geld zurück, und die Bank wird Sie nicht vor Gericht bringen.
MARINA: Woher diese Milde? Daher, dass Sie mir gegenüber nicht ganz gleichgültig sind?
MANN: Sie wissen, dass ich Ihnen gegenüber wirklich nicht ganz gleichgültig bin, aber in diesem Fall sind rein kommerzielle Gründe wichtiger. Die Bank braucht wirklich nicht, dass der Öffentlichkeit bekannt wird, dass unsere Mitarbeiter das Geld der Anleger stehlen. Dann verlieren wir tausende Kunden und hunderttausende Euro. Deshalb sind wir interessiert, diese Sache zu vertuschen.
MARINA: Wann muss man das Geld zurückgeben?
MANN: Heute. Andernfalls werden Sie morgen verhaftet.
MARINA: Heute kann ich nicht. Und morgen, übrigens, auch nicht. Und übermorgen.
MANN: Warum?
MARINA: Was macht den Unterschied?
MANN: Gut. Ich hab´ gesagt, was ich sagen sollte. Denken Sie nach. Ich wiederhole: Zeit haben Sie wenig.
MARINA: Ich weiß.
MANN: Weshalb haben Sie das gemacht?
MARINA: Weil… Weil ich es getan habe.
MANN: Und wo ist denn trotzdem das Geld?
MARINA: Ich habe es nicht für mich genommen.
MANN: Das habe ich vermutet. Dann soll eben jener Mensch sitzen! Letztendlich hat nämlich er sich das Geld von dem Konto angeeignet, und Sie sind formell fast nicht schuldig. Jene Zeile im Programm kann man als technischen Fehler erklären. Was sagen Sie dazu?
MARINA:
MANN: Gut.
DOKTOR: Wer ist dieser Mann?
MARINA: Der Vizepräsident der Bank.
DOKTOR: Was wollte er von Ihnen?
MARINA: Unwichtig. Doktor, ich will Ihnen etwas gestehen.
DOKTOR:
MARINA: Nein, einfach ein Geständnis. Obwohl, ich verberge nicht, dass Sie mir sehr sympathisch sind. Deshalb muss ich Ihnen auch etwas gestehen.
DOKTOR: Sie wollten mir auch davor etwas sehr wichtiges sagen, aber die Ankunft dieses Mannes störte dabei.
MARINA: Ja.
DOKTOR: Dann gestehen Sie doch endlich!
MARINA: Sie werden mich verachten.
DOKTOR: Unsinn.
MARINA: Ich möchte weinen und nicht lachen.
DOKTOR: Überlegen Sie: Wenn es nicht gelingt, Ihren Mann zu heilen, dann müssen Sie sich trotzdem von ihm trennen. Und dann werde ich mich um ihn und um Sie kümmern. Ich bin nicht jung und nicht hübsch…
MARINA:
DOKTOR: Danke. Aber ich wollte sagen, dass ich dafür völlig versorgt bin und mich bemühe, Sie glücklich zu machen. Und, die Hauptsache, ich verhalte mich Ihnen gegenüber gut.
MARINA: Das ist wirklich die Hauptsache.
DOKTOR: Und jetzt sagen Sie, was Sie mir sagen wollten.
MARINA: Aber nun fällt es mir noch schwerer, mich dazu durchzuringen. Sache ist die, dass…
JOHANNA: Du hast mich gerufen?
MARINA: Ja.