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Иоганн Вольфганг Гёте – Фауст. Трагедия / Faust. Eine Tragödie (страница 29)

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Du hörest ja, von Freud’ ist nicht die Rede. Dem Taumel weih’ ich mich, dem schmerzlichsten Genuß, Verliebtem Haß, erquickendem Verdruß. Mein Busen, der vom Wissensdrang geheilt ist, Soll keinen Schmerzen künftig sich verschließen, Und was der ganzen Menschheit zugetheilt ist, Will ich in meinem innern Selbst genießen, Mit meinem Geist das Höchst’ und Tiefste greifen, Ihr Wohl und Weh auf meinen Busen häufen, Und so mein eigen Selbst zu ihrem Selbst erweitern, Und, wie sie selbst, am End’ auch ich zerscheitern. O glaube mir, der manche tausend Jahre An dieser harten Speise kaut, Daß von der Wiege bis zur Bahre Kein Mensch den alten Sauerteig verdaut! Glaub’ unser einem, dieses Ganze Ist nur für einen Gott gemacht! Er findet sich in einem ew’gen Glanze, Uns hat er in die Finsterniß gebracht, Und euch taugt einzig Tag und Nacht. Allein ich will! Das läßt sich hören! Doch nur vor Einem ist mir bang’; Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang. Ich dächt’, ihr ließet euch belehren. Associirt euch mit einem Poeten, Laßt den Herrn in Gedanken schweifen, Und alle edlen Qualitäten Auf euren Ehren-Scheitel häufen, Des Löwen Muth, Des Hirsches Schnelligkeit, Des Italiäners feurig Blut, Des Nordens Dau’rbarkeit. Laßt ihn euch das Geheimniß finden, Großmuth und Arglist zu verbinden, Und euch, mit warmen Jugendtrieben, Nach einem Plane, zu verlieben. Möchte selbst solch einen Herren kennen, Würd’ ihn Herrn Mikrokosmus nennen. Was bin ich denn? wenn es nicht möglich ist Der Menschheit Krone zu erringen, Nach der sich alle Sinne dringen. Du bist am Ende – was du bist. Setz’ dir Perrücken auf von Millionen Locken, Setz’ deinen Fuß auf ellenhohe Socken, Du bleibst doch immer was du bist. Ich fühl’s, vergebens hab’ ich alle Schätze Des Menschengeist’s auf mich herbeygerafft, Und wenn ich mich am Ende niedersetze, Quillt innerlich doch keine neue Kraft; Ich bin nicht um ein Haar breit höher, Bin dem Unendlichen nicht näher. Mein guter Herr, ihr seht die Sachen, Wie man die Sachen eben sieht; Wir müssen das gescheidter machen, Eh’ uns des Lebens Freude flieht. Was Henker! freylich Händ’ und Füße Und Kopf und H – die sind dein; Doch alles was ich frisch genieße, Ist das drum weniger mein? Wenn ich sechs Hengste zahlen kann, Sind ihre Kräfte nicht die meine? Ich renne zu und bin ein rechter Mann, Als hätt’ ich vier und zwanzig Beine. Drum frisch! laß alles Sinnen seyn,