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Иоганн Вольфганг Гёте – Фауст. Трагедия / Faust. Eine Tragödie (страница 28)

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Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zu Grunde gehn! Dann mag die Todtenglocke schallen, Dann bist du deines Dienstes frey, Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen, Es sey die Zeit für mich vorbey! Bedenk’ es wohl, wir werden’s nicht vergessen. Dazu hast du ein volles Recht; Ich habe mich nicht freventlich vermessen. Wie ich beharre bin ich Knecht, Ob dein, was frag’ ich, oder wessen. Ich werde heute gleich, beym Doctorschmaus, Als Diener, meine Pflicht erfüllen. Nur eins! – um Lebens oder Sterbens willen, Bitt’ ich mir ein Paar Zeilen aus. Auch was geschriebnes forderst du Pedant? Hast du noch keinen Mann, nicht Mannes-Wort gekannt? Ist’s nicht genug, daß mein gesprochnes Wort Auf ewig soll mit meinen Tagen schalten? Ras’t nicht die Welt in allen Strömen fort, Und mich soll ein Versprechen halten? Doch dieser Wahn ist uns ins Herz gelegt, Wer mag sich gern davon befreyen? Beglückt wer Treue rein im Busen trägt, Kein Opfer wird ihn je gereuen! Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt, Ist ein Gespenst vor dem sich alle scheuen. Das Wort erstirbt schon in der Feder, Die Herrschaft führen Wachs und Leder. Was willst du böser Geist von mir? Erz, Marmor, Pergament, Papier? Soll ich mit Griffel, Meißel, Feder schreiben? Ich gebe jede Wahl dir frey. Wie magst du deine Rednerey Nur gleich so hitzig übertreiben? Ist doch ein jedes Blättchen gut. Du unterzeichnest dich mit einem Tröpfchen Blut. Wenn dieß dir völlig G’nüge thut, So mag es bey der Fratze bleiben. Blut ist ein ganz besondrer Saft. Nur keine Furcht, daß ich dieß Bündniß breche! Das Streben meiner ganzen Kraft Ist g’rade das was ich verspreche. Ich habe mich zu hoch gebläht, In deinen Rang gehör’ ich nur. Der große Geist hat mich verschmäht, Vor mir verschließt sich die Natur. Des Denkens Faden ist zerrissen, Mir ekelt lange vor allem Wissen. Laß in den Tiefen der Sinnlichkeit Uns glühende Leidenschaften stillen! In undurchdrungnen Zauberhüllen Sey jedes Wunder gleich bereit! Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit In’s Rollen der Begebenheit! Da mag denn Schmerz und Genuß, Gelingen und Verdruß, Mit einander wechseln wie es kann; Nur rastlos bethätigt sich der Mann. Euch ist kein Maß und Ziel gesetzt. Beliebt’s euch überall zu naschen, Im Fliehen etwas zu erhaschen; Bekomm’ euch wohl was euch ergetzt. Nur greift mir zu und seyd nicht blöde!