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Морган Райс – Das Geschenk der Schlacht (страница 9)

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Loti bekam wieder einen Tritt in den Rücken und landete mit dem Gesicht voran im Dreck auf dem Gipfel der Anhöhe. Grobe Hände packten sie und zerrten sie auf die Beine, danach versetzte der Zuchtmeister ihr einen Stoß und ging wieder zurück ins Tal.

„An die Arbeit!“, schrie der Zuchtmeister, der für die Sklaven auf der Anhöhe zuständig war.

Seine schwieligen Hände packten sie am Nacken und schoben sie vor sich her; ihre Ketten rasselten als er sie vor sich her trieb und sie in das Arbeitsfeld mit den anderen Sklaven stolperte.

Jemand reichte ihr eine lange Hacke mit einem eisernen Ende, und sie wurde mit einem letzten Stoß ihrer Arbeit überlassen.

Loti drehte sich um und als sie sah, wie Loc ihr bedeutungsvoll zunickte, spürte, wie ein Feuer in ihren Adern brannte; jetzt oder nie.

Sie stieß einen Schrei aus, hob die Hacke, schwang sie herum und schlug mit aller Kraft zu. Geschockt sah sie, wie das eiserne Ende im Hinterkopf des Zuchtmeisters stecken blieb.

Loti hatte die Hacke so schnell herumgeschwungen, dass er sie nicht einmal hatte kommen sehen. Natürlich ging niemand davon aus, dass ein Sklave hier versuchen würde einen Zuchtmeister anzugreifen, geschweige denn davonzulaufen.

Der Einschlag der Hacke vibrierte durch Lotis Hände und Arme, und sie beobachtete erst geschockt, dann zufrieden, wie der Wächter zusammenbrach. Da ihr Rücken von dem Peitschenhieb des anderen immer noch brannte, spürte sie das süße Gefühl der Rache.

Als der Zuchtmeister sich wieder aufrappeln wollte, trat Loc vor, hob seine eigene Hacke und schlug zu.

Schließlich rührte sich der Mann nicht mehr.

Schwer atmend, verschwitzt und mit pochendem Herzen ließ Loti ihre blutverschmierte Hacke fallen und tauschte einen Blick mit ihrem Bruder aus. Sie hatten es geschafft.

Loti spürte die neugierigen Blicke der anderen Sklaven um sie herum. Als sie sich umdrehte sah sie, dass alle sie mit offenem Mund anstarrten. Niemand arbeitete mehr. Alle standen auf ihre Hacken gestützt da und starrten sie ungläubig an.

Loti wusste, dass sie keine Zeit zu verlieren hatten. Gemeinsam mit Loc, der immer noch an sie gekettet war, rannte sie zum Zerta, zog das Schwert aus der Scheide, hob es hoch und drehte sich um.

„Pass auf!“, rief sie.

Loc hob schützend die Arme vors Gesicht als sie es mit aller Kraft auf die Fußfessel heruntersausen ließ, die sie verband. Zufrieden sah sie, wie die Kette unter heftigem Funkenregen brach.

Sie wollte gerade auf das Zerta springen, als jemand schrie.

„Und was ist mit uns?“

Sie sah, dass andere Sklaven angerannt kamen und ihr ihre Fesseln entgegenstreckten. Sie drehte sich nach dem wartenden Zerta um, und wusste, dass ihre Zeit kostbar war. Sie wollte so schnell wie möglich nach Osten nach Volusia aufbrechen, dem Ort, an dem sie Darius vermutete. Vielleicht konnte sie ihn dort finden. Doch sie konnte es auch nicht ertragen, die anderen Sklaven gefesselt zu sehen.

Loti begann, eine Kette nach der anderen zu zerschlagen, bis alle auf der Anhöhe befreit waren. Sie wusste nicht, was sie tun und wo sie hingehen würden, nun, wo sie frei waren – doch zumindest waren sie frei und konnten tun, was sie wollten.

Loti rannte zurück und sprang auf das Zerta, dann streckte sie Loc eine Hand entgegen und zog ihn hinauf. Mit einem heftigen Tritt in die Flanken lief das Zerta los.

Als sie losritten, atmete Loti durch, hocherfreut über ihre neu gewonnene Freiheit. In der Ferne konnte sie bereits die Schreie der anderen Zuchtmeister hören, die sie gesehen hatten. Doch sie hatte nicht vor, auf sie zu warten. Sie lenkte das Zerta auf der ihnen abgewandten Seite den Abhang hinunter und als sie unten angekommen waren, trat sie ihm in die Flanken und sie ritten im Galopp in die Wüste, von den Zuchtmeistern weg in die Freiheit.

KAPITEL NEUN

Darius blickte erschrocken auf und starrte dem Mann, der über ihm kniete, in die Augen.

Seinem Vater.

Während Darius ihm in die Augen sah, verlor er jedes Zeitgefühl; sein ganzes Leben schien in diesem Augenblick zu erstarren. Plötzlich ergab alles einen Sinn: das Gefühl, das Darius vom ersten Augenblick an gehabt hatte. Das vertraute Gesicht, dieses unbestimmte Gefühl, das in seinem Unterbewusstsein genagt und ihn beschäftigt hatte, seitdem er ihm das erste Mal begegnet war.

Sein Vater.

Das Wort erschien ihm surreal.

Da war er und kniete über ihm, nachdem er gerade eben Darius Leben gerettet hatte, indem er den tödlichen Schlag abgewehrt hatte. Er hatte sein Leben riskiert, indem er in dem Augenblick, in dem Darius hätte sterben sollen allein in die Arena gekommen war.

Er hatte alles für ihn riskiert. Für ihn, seinen Sohn. Doch warum>

„Vater“, sagte Darius – doch es war eher ein ehrfürchtiges Flüstern.

Darius spürte eine Welle des Stolzes in sich aufbranden, als er begriff, dass er mit diesem Mann, einem feinen Krieger, verwandt war. Er war vielleicht der beste Krieger, dem er je begegnet war. Es gab ihm Hoffnung, dass auch er eines Tages ein großer Krieger sein konnte.

Sein Vater nahm mit festem Griff Darius Hand. Er half ihm auf die Beine und Darius fühlte sich wie neu geboren. Jetzt hatte er einen Grund zu kämpfen, einen Grund weiterzuleben.

Sofort hob Darius sein Schwert vom Boden auf, dann drehte er sich um und gemeinsam mit seinem Vater stellte er sich der neuen Welle von Empire-Kriegern in der Arena. Da sein Vater all diese schrecklichen Kreaturen getötet hatte, waren die Hörner erklungen und eine neue Welle von Angreifern in die Arena gestürmt.

Die Menge tobte, und Darius sah den widerlichen Fratzen der Empire-Krieger entgegen, die mit langen Speeren auf sie zu stürzten. Darius konzentrierte sich, und er hatte das Gefühl, dass die Zeit langsamer vor seinen Augen ablief, als er sich auf den Kampf um sein Leben vorbereitete.

Ein Krieger warf einen Speer nach seinem Gesicht und Darius gelang es, ihm gerade noch rechtzeitig auszuweichen; dann wirbelte er herum und als der Krieger näher kam, um ihn umzureißen, rammte er ihm den Griff seines Schwertes gegen die Schläfe. Darius duckte sich, um einem weiteren Angreifer auszuweichen, der mit seinem Schwert nach seinem Kopf schlug, dann hechtete er der Krieger entgegen und rammte ihm das Schwert in den Bauch.

Ein weiterer Krieger griff von der Seite an und zielte mit seinem Speer nach Darius Rippen. Er bewegte sich jedoch viel zu schnell und Darius konnte nicht rechtzeitig reagieren; da hörte er den Klang von Holz, das auf Metall traf und war dankbar seinen Vater zu sehen, der den Speer mit seinem Stab abwehrte, bevor er Darius treffen konnte. Dann rammte er dem Krieger den Speer zwischen die Augen und schlug ihn zu Boden.

Darius Vater wirbelte seinen Stab herum und stellte sich der Gruppe von Angreifern. Das Schwirren des Stabs lag in der Luft als er einen Speer nach dem anderen wegschlug. Er tanzte zwischen den Kriegern hindurch wie eine Gazelle und es war unglaublich schön, zu sehen, wie er seinen Stab schwang, ihn herumwirbelte und den Kriegern meisterhafte Treffer zwischen die Augen, gegen die Kehle oder in die Magengrube versetzte. Wie der Blitz schlug er zwischen ihnen ein.

Davon inspiriert kämpfte Darius wie besessen an der Seite seines Vaters; er schlug, schlitzte und stieß zu und unter Funkenregen schlug sein Schwert gegen das anderer Krieger als er sich furchtlos in eine ganze Gruppe warf. Sie waren größer als er, doch Darius hatte die Inspiration – und anders als sie kämpfte er um sein Leben – und für seinen Vater. Er wehrte mehr als nur einen Hieb ab, der für seinen Vater bestimmt war und rettete ihn vor dem Tod.

Der letzte Empire-Krieger stürmte auf Darius zu und riss sein Schwert mit beiden Händen hoch über seinen Kopf – als Darius einen Satz nach vorn machte, und ihm ins Herz stach. Der Mann riss die Augen auf und fiel unendlich langsam zu Boden.

Darius stand schwer atmend Rücken an Rücken mit seinem Vater und betrachtete, was sie geleistet hatte. Um sie herum lagen alle Angreifer tot am Boden. Sie hatten gesiegt.

Darius hatte das Gefühl, dass er an der Seite seines Vaters in der Lage war, sich allem zu stellen, was die Welt ihm in den Weg werfen konnte. Gemeinsam waren sie eine unaufhaltsame Macht.

Es war ein unwirkliches Gefühl gemeinsam mit seinem Vater zu kämpfen, seinem Vater von dem er immer geträumt hatte, dass er ein großer Krieger war. Seinem Vater, der wirklich alles andere als ein normaler Sklave war.

Ein Chor von Hörnern erklang und die Menge jubelte. Zuerst hatte Darius gehofft, dass sie ihren Sieg bejubelten, doch dann öffneten sich die riesigen eisernen Tore am anderen Ende der Arena und er wusste, dass das erst der Anfang gewesen war.

Eine Trompete hallte durch die Arena, lauter als Darius je zuvor gehört hatte, und er brauchte einen Augenblick, um zu begreifen, dass es nicht die Trompete eines Mannes war, sondern ein Elefant. Als er das Tor mit pochendem Herzen beobachtete, tauchten plötzlich zu seinem großen Schrecken zwei pechschwarze Elefanten mit leuchtend weißen Stoßzähnen auf, deren Gesichter sich wütend verzerrten, als sie den Kopf in den Nacken warfen und trompeteten. Das Geräusch ließ die Luft erzittern. Sie erhoben sich auf die Hinterbeine und ließen sich donnernd wieder auf die Vorderbeine fallen, so hart, dass der Boden bebte und Darius und sein Vater das Gleichgewicht verloren. Auf den Elefanten ritten mit Schwertern und Speeren bewaffnete Empire-Krieger, die von Kopf bis Fuß in schwarzen Rüstungen steckten.