Морган Райс – Das Geschenk der Schlacht (страница 10)
Als Darius sie betrachtete, wusste er, dass er und sein Vater unmöglich gegen sie gewinnen konnten. Doch als er sich umdrehte, sah er seinen Vater furchtlos wartend. Stoisch blickte er dem Tod ins Gesicht – und das gab Darius Stärke.
„Wir können nicht siegen, Vater“, sagte Darius, als die Elefanten auf sie zu stampften.
„Das haben wir schon, Sohn“, sagte sein Vater. „Indem wir hier stehen und uns ihnen stellen anstatt davonzulaufen, haben wir sie bereits besiegt. Unsere Körper mögen vielleicht heute sterben, doch die Erinnerung an uns wird weiterleben –wir werden mit Heldenmut sterben!“
Ohne ein weiteres Wort stieß sein Vater einen Schrei aus und rannte los. Darius, inspiriert, folgte ihm. Sie rannten den Elefanten ohne einen Augenblick zu zögern entgegen.
Der Zusammenstoß jedoch war anders, als Darius es erwartet hatte. Er wich einem Speer aus, den der Krieger, der auf dem Elefanten saß, nach ihm geworfen hatte, dann hob er sein Schwert und schlug auf das Bein des ersten Elefanten ein. Er wusste nicht, wie man einen Elefanten besiegen konnte oder ob der Treffer überhaupt eine Wirkung haben würde.
Natürlich hatte er keine. Darius Hieb hinterließ kaum einen Kratzer auf der Haut des Elefanten. Wütend schleuderte das riesige Tier seinen Rüssel und traf Darius gegen die Rippen. Dieser flog gut zehn Meter durch die Luft, und landete atemlos auf dem Rücken. Er rollte im Staub ab und versuchte zu Atem zu kommen, als er den gedämpften Aufschrei der Menge hörte.
Er drehte sich besorgt um und versuchte, einen Blick auf seinen Vater zu erhaschen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie er einen Speer in die Höhe stieß, direkt in ein Auge des Elefanten; dann rollte er aus dem Weg.
Es war ein perfekter Treffer. Der Speer drang tief in das Auge ein. Der Elefant warf seinen Rüssel in die Höhe und trompetete, bevor seine Knie nachgaben, er zu Boden stürzte und den anderen Elefanten in einer riesigen Staubwolke mit sich umriss. Darius sprang auf, inspiriert und entschlossen, und konzentrierte sich auf den einen Empire-Krieger, der vom Elefanten gestürzt war. Der Mann rappelte sich auf die Knie auf, dann fuhr er herum und zielte mit seinem Speer auf den Rücken von Darius Vater. Arglos stand dieser da, und Darius wusste, dass er im nächsten Augenblick sterben würde, wenn er nichts unternahm.
Darius stürmte los: er rannte auf den Krieger zu und schlug ihm mit seinem Schwert den Speer aus den Händen – dann wirbelte er herum und enthauptete ihn.
Die Menge johlte.
Doch Darius konnte seinen Triumph nicht genießen; er hörte lautest Getöse und als er sich umdrehte sah er, dass der andere Elefant wieder aufgestanden war – und jetzt auf ihn zustürmte. Da er nicht genug Zeit hatte, ihm auszuweichen, ließ Darius sich auf den Rücken fallen und hielt seinen Speer senkrecht in die Höhe während sich der Fuß des Elefanten auf ihn herab senkte. Er wartete bis zum letzten Augenblick um aus dem Weg zu rollen, bevor der Elefant zutrat.
Darius spürte den Wind, als der Fuß des Elefanten ihn um Zentimeter verfehlte; dann hörte er den Schrei des Tiers, als sich der Speer in sein Fleisch bohrte. Der Speer bohrte sich tief in das Bein des Elefanten und das Tier bäumte sich auf und begann, wild im Kreis zu rennen. Dabei verlor der Krieger auf seinem Rücken die Balance, und brach sich beim Aufprall auf den Boden der Arena das Genick.
Der Elefant, immer noch wahnsinnig vor Wut, versetzte Darius einen Schlag mit seinem Rüssel und warf ihn erneut durch die Luft, wobei er das Gefühl hatte, dass alle seine Rippen brachen.
Als Darius sich auf Hände und Knie aufrappelte und versuchte, zu Atem zu kommen, blickte er auf und sah seinen Vater, der heldenhaft mit mehreren Empire-Kriegern kämpfte, die unerwartet durch eines der Tore gekommen waren. Er wirbelte herum und schlug und stach mit seinem Stab auf sie ein, wobei er mehrere von ihnen zu Fall brachte.
Der erste Elefant, der gestürzt war, kam wieder auf die Beine – den Speer noch immer im Auge – angetrieben von einem Empire-Krieger, der auf seinen Rücken gesprungen war. Unter seiner Führung stürmte der Elefant auf Darius Vater zu, der immer noch mit den anderen Kriegern beschäftigt war.
Darius sah hilflos zu, denn sein Vater war viel zu weit entfernt, als dass er ihn rechtzeitig erreichen konnte. Die Zeit schien langsamer zu fließen, als er zusah, wie der Elefant auf ihn zusteuerte.
„NEIN!“, schrie Darius.
Mit Schrecken sah er zu, wie der Elefant auf seinen abgelenkten Vater zustürmte. Darius stürzte los, quer durch die Arena, doch er wusste, dass es umsonst war. Der Elefant senkte seine Stoßzähne und durchbohrte den Rücken seines Vaters.
Dieser schrie auf und Blut rann aus seinem Mund, als der Elefant ihn in die Luft hob.
Darius spürte, wie sein eigenes Herz stockte, als er sah, wie sein Vater, der tapferste Krieger, dem er je begegnet war, von einem Stoßzahn aufgespießt hoch in der Luft sterbend versuchte, sich zu befreien.
„Vater!“, schrie Darius.
KAPITEL ZEHN
Thorgrin stand am Bug des Schiffes und umfasste den Griff seines Schwertes fester als er mit Schrecken zu dem riesigen Seeungeheuer aufblickte, das sich aus dem Wasser erhob. Es war genauso rot wie das Wasser, aus dem es kam, und als es sich immer höher über sie erhob, warf es einen Schatten über das ohnehin schwache Licht im Land des Blutes. Es öffnete sein riesiges Maul und entblößte dabei Dutzende Reihen scharfer Zähne und ließ seine Tentakel in alle Richtungen wandern. Manche davon wanden sich um das Schiff, als ob eine Kreatur aus den Tiefen der Hölle sie umarmen wollte.
Dann stürzte es sich auf das Schiff, bereit, sie alle zu verschlingen.
Neben Thorgrin standen Reece, Selese, O’Connor, Indra, Matus, Elden und Angel mit ihren Waffen und starrten dem Biest furchtlos ins Angesicht. Thors Entschlossenheit wuchs, als er das Schwert der Toten in seiner Hand vibrieren spürte, und er wusste, dass er handeln musste. Er musste Angel und die anderen schützen und wusste, dass er nicht warten konnte, bis das Biest sie erreichte.
Thorgrin sprang auf die Kreatur zu, auf die Reling und hob sein Schwert hoch über seinen Kopf und als einer der Tentakel seitlich auf ihn zu schwang, wirbelte er herum und schlug ihn ab. Der riesige abgetrennte Tentakel fiel mit einem hohlen Schlag an Deck und ließ das Boot erzittern.
Auch die anderen zögerten nicht. O’Connor schoss eine ganze Salve von Pfeilen auf die Augen der Kreatur ab, während Reece einen Tentakel abschlug, der nach Selese greifen wollte. Indra warf ihren Speer in die Brust des Tiers und Matus schwang seinen Flegel, mit dem es ihm gelang einen weiteren Tentakel zu durchtrennen. Elden schaffte es sogar mit seiner Axt zwei in einem Hieb abzuhacken. Gemeinsam stürzten sie sich auf die Kreatur wie eine fein abgestimmte Maschine.
Wütend über den Verlust von mehreren Tentakeln und durchbohrt von Pfeilen und Speeren schrie das Tier auf, sichtlich überrascht über den wohlkoordinierten Gegenangriff. Sein erster Angriff war abgewehrt; frustriert kreischte es noch lauter und fuhr wieder hoch in die Luft, um dann so schnell wie es gekommen war mit großen Wellen wieder ins Wasser einzutauchen, die das Schiff heftig hin und her warfen.
Thor starrte erstaunt in die plötzliche Stille, und einen Augenblick lang glaubte er, dass sich das Tier zurückgezogen hatte, dass sie es besiegt hatte, besonders als er sah, wie sein Blut an die Oberfläche sprudelte. Doch dann hatte er das ungute Gefühl, dass alles zu schnell zu still geworden war.
Thor begriff zu spät, was das Tier im Begriff war zu tun.
„FESTHALTEN!“, schrie er den anderen zu.
Thor hatte das Wort kaum ausgesprochen, als er spürte, wie das Schiff hochgehoben wurde und immer höher und höher aufstieg und sah, dass die Tentakel das Schiff vom Bug bis zum Heck fest umschlungen hielten. Er wappnete sich für den Einschlag, der folgen würde.
Das Biest warf das Schiff und es flog wie ein Kinderspielzeug durch die Luft, wobei alle an Bord sich verzweifelt irgendwo festklammerten, bis es schließlich wild schaukelnd wieder auf den Wellen landete.
Thor und die anderen verloren de Halt und rutschten in alle Richtungen über Deck. Thor sah Angel, die auf die Reling zu rutschte und fürchtete, dass sie über Bord gehen würde; es gelang ihm, ihre kleine Hand zu packen und sie festzuhalten, während sie ihn panisch ansah.
Endlich richtete sich das Schiff wieder aus. Thor und die anderen rappelten sich auf und bereiteten sich auf den nächsten Angriff vor. Bald sah er das Tier mit wild wedelnden Tentakeln wieder auf sie zu schwimmen. Es packte das Schiff von allen Seiten, und seine Tentakeln krochen über Deck auf sie zu.
Thor hörte einen Schrei. Als er sich umsah, sah er Selese, die von einem Tentakel, der sich um ihren Knöchel gewickelt hatte, über Deck gezerrt wurde. Reece wirbelte herum und hackte den Tentakel ab, doch im selben Augenblick packte en weiterer Tentakel Reece am Arm. Immer mehr Tentakel krochen über die Reling und als Thor einen an seiner Wade spürte, sah er, all seine Waffenbrüder wild um sich schlagen. Doch für jeden Tentakel, den sie Abschlugen, tauchten zwei mehr auf. Das ganze Schiff war voll davon und Thor wusste, dass sie alle in die Tiefe gerissen werden würden, wenn er nicht bald etwas unternahm. Er hörte ein Kreischen hoch am Himmel und sah einen der Dämonen, die aus der Hölle entlassen worden waren, der hoch über ihren Köpfen vorbeiflog und höhnisch auf sie hinabblickte.