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Kh Beyer – Steinschlag im Suldnertal (страница 5)

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Jetzt wird Magdalena, die Tutto fare, rot.

‚Volltreffer‘, denkt sich Toni. Monika lacht etwas lauter. Sie kennt Luici schon lange und weiß von dem Verhältnis. Luici ist verheiratet. In Mailand.

Die Hüttenwirte erwarten heute einen großen Ansturm. Vor der Hütte sind schon sehr viele Wanderer mit Kindern. Sie reiten gerade auf dem Hausesel. Dem Esel scheint das zu gefallen. Toni hört ihn in der Küche. Die Grauen sind etwas weiter Unten auf der Weide. Kommende Woche will sie Lukas umsetzen. Toni soll ihm dabei helfen. Monika auch.

Die Zwei sind dankbar, bei all dem Schlechten, auch Gutes erleben zu dürfen. Ein schöner Zeitvertreib.

Die ersten Kräuter zeigen sich schon. Auch der Bärlauch im Familienversteck.

Auf dem Zimmer besprechen die Zwei das weitere Vorgehen. Monika will mitfahren und helfen. Toni sagt nicht Nein. Zuerst wollen sie zu Luise nach Prad fahren. Es geht immer noch um die Mannschaften, Zeugenaussagen, andere Hotels und um Spuren. Monika traut den Ermittlungen – so, nicht.

Die ersten Motive

Nach dem Mittag brechen die Zwei auf. Luise in Prad erwartet sie schon. Vielleicht bleiben Monika und Toni über Nacht. Das Zimmer steht bereit.

Die Fahrt vom Aschbach in die Töll ist heute etwas abenteuerlich. In der Nacht hat es ziemlich streng geregnet. Am Morgen ist kaum noch etwas zu sehen am Himmel.

Frieda hat den Zweien, Kalbskrapfelen und Ultner Brot eingepackt. Toni schüttelt mit dem Kopf.

„Frieda hat tatsächliche Angst, wir würden unterwegs verhungern.“

„Ohne Speis und Trank im Gepäck, verlassen wir nie das Haus“, antwortet Monika.

Toni muss lachen. Eigentlich sollte er ihr Recht geben. Er verzichtet.

Zuerst fahren sie ins Hotel Suldenklotz in Prad. So viel sie erfahren haben, sind dort zwei Mannschaften. Team – Kette und Team – Griff. Das sind wahrscheinlich deutsche Firmen. Die Fahrer dürften gemischt sein wie bei den anderen Teams. Das spekulieren die Beiden. Marco war schon mal dort. Die Teams hat er dort aber nicht komplett angetroffen. Damit fehlen den Ermittlern ein paar Aussagen.

In Prad angekommen, bemerken die Zwei einen gewaltigen Trubel vor dem Hotel Mücke. Das macht sie neugierig. Vorm Hotel steht auch der Gemeindepolizist, Seppi. Bei dem halten die Zwei an und fragen, was da los ist.

„Das Team Schoko hat eine Pressekonferenz gegeben und hundert Kilo Schokolade verschenkt.“

„Wie scheint, ist das deren Gewohnheit.“

„Die machen das überall.“

„Verschenken die richtige Schokolade oder Pilotenschokolade?“

„Ich weiß nicht. Hier sind zwei solche Minitafeln für euch. Was ist Pilotenschokolade?“

Seppi hat auch zu gegriffen. Toni würde eine probieren und die andere ins Labor schicken. Heimlich. Es gibt keine Anzeige.

„Pilotenschokolade ist mit Koffein.“

„Hab ich nicht gewusst.“

„Es gibt auch Schokolade mit Abführmitteln.“

„Die ist aber sicher nicht für Piloten“, antwortet Seppi lachend.

„Gab es Medienanfragen wegen dem Tod von Marco?“

„Unser Südtiroler Regionalfernsehen hat das aufgezeichnet.“

„Wir werden dort mal eine Kopie anfordern. Mich interessiert die Reaktion des Teams.“

„Viel Glück bei der Klärung des Falles. Wir können das nicht gebrauchen hier in Prad. Obwohl das zu mehr Popularität bei getragen hat.“

„Die Hoteliers wird es freuen.“

„Die sind so und so belegt mit den Radfahrern und Fans.“

‚Deswegen sind hier so viele Caravan – Fahrzeuge‘, denkt sich Toni. Er fragt sich langsam, woher das die Leute gewusst haben. Wie scheint, haben ausländische und Italienische Nachrichtenagenturen fleißig Meldungen verkauft. Komisch. Ein Toter bringt diesen Leuten auch noch Gewinn. Dabei scheint es Unterschiede zu geben. Ein toter Afghane oder Libyer bringt offensichtlich, weniger.

Nach dem Gespräch mit Seppi, dem Ortspolizist, fahren sie Zwei weiter zu Luise. Vor dem Hotel arbeitet Reinhold, der Wirt. Toni ruft Guten Tag. Reinhold reagiert nicht.

„Reinhold hat immer in der Disco gearbeitet. Sein Gehör hat darunter gelitten“, sagt Monika zu Toni.

Luise bemerkt die Zwei und kommt sofort gelaufen. „Frederico ist schon wieder da. Er kann euch etwas sagen.“

Eigentlich hatte Toni auch vor, Frederico zu befragen.

Monika ist auch ganz gespannt. Frederico hört die Zwei kommen und geht sofort zu ihnen. Die Zwei kommen nicht schlecht ins Staunen, weil Frederico sie  deutsch anspricht. Er kann zwar nicht viel Deutsch, aber genug für die höfliche und oberflächliche Unterhaltung.

„Ich wollte mit Ihnen mal sprechen“, sagt er zu Monika. Monika gefällt ihm wahrscheinlich etwas mehr als Toni. Sie findet Frederico auch schön und etwas anziehend. Toni bemerkt das Liebesgeplänkel und lacht.

Frederico erzählt von den gemeinsamen Touren und auch von den Gesprächen, die sie während der Touren so führen. Monika und Toni erfahren sehr viel über Blutdoping und Streitereien der Fahrer untereinander. Fast würden sich daraus bestimmte Motive ergeben. Zumindest Motive, dem Anderen, Schaden zufügen zu wollen. Keine körperlichen Schäden, sondern eher Schäden am Leumund. Die einzelnen Gegner sind demnach bemüht, den jeweils Anderen, gelegentlich und versteckt, auf diese Art zu schaden. Sabotagen an Rädern und wichtigen Zubehör gibt es auch. Das ist aber nicht die Aufgabe der Fahrer. Die würden das in den seltensten Fällen tun. Das ist die Aufgabe von bestochenen Technikern des Gegners. Gleiches gilt natürlich auch für Substanzen und Präparate, die dem Gegner untergeschoben werden sollen. Die Aufgabe übernehmen sowohl Journalisten, Gastronomen, Zimmermädchen als auch Kollegen des Fahrers. Und darüber haben sich Marco P. und Frederico auf ihren langen, einsamen Runden unterhalten. Marcos Personaltrainer Colo und seinem Freund Frederico ist das aufgefallen. Colo hat bisweilen Präparate, Getränke, Speisen und Substanzen untersuchen lassen. Angefangen bei Zahnpasta bis zu Wasser und Speisen. Darunter fällt auch Schokolade. Marco hat keine Sachen zu sich genommen, die nicht untersucht waren.

Der Hinweis zwingt Monika, sich zu setzen. Sie ist schockiert, wie weit solche Auseinandersetzungen gehen können. Daran hätten die zwei Ermittler nie gedacht oder wenn, nur ansatzweise. Auf die Frage, ob das Colo und Frederico auch bezeugen würden, haben Beide geantwortet. Erst dann, wenn sie nicht mehr in Abhängigkeiten arbeiten müssten. Selbst als Pensionäre wären sie dabei sehr vorsichtig.

Toni wird sofort klar, sie müssen die Beweise finden nach einem Tipp. Der Tipp ist jetzt ausgesprochen. Leider können sie dann keine Beziehung zu den eigentlichen Tätern herstellen. Sie stacheln sozusagen im Moos. Vielleicht gäbe es noch die Möglichkeit, mit Markern zu arbeiten. Bei der üblichen Dopingkontrolle, könnte man dann die Spuren der Marker finden. Damit wäre eine Überführung oder die Vorbereitung einer Überführung möglich. Colo gefällt der Gedanke. Frederico fährt nicht mehr bei Wettkämpfen. Er hat sich das abgewöhnt. Von den Verhältnissen zwischen Colo, Frederico und Marco P. wissen nur die Drei. Sonst Niemand.

Frederico hat Marco nur beim Training geholfen. Sozusagen, als Schrittmacher. Keiner kannte Marco so gut wie er. Genau aus dem Grund, wollen Toni und Monika, Frederico so genau kennen lernen und mit ihm sprechen. Frederico reist nicht ab. Er möchte die Klärung des Falles miterleben. Das hat er versprochen. Toni geht es auch um die fachlichen Ratschläge. Bei dem Gespräch um Doping erfährt Toni  viel Neues. Jedes Team benutzt die Präparate seines Vertragspartners. Ist das einem gegnerischen Team nicht recht, wird einfach bei der Doping Kommission ein Protest eingelegt. Und das regelmäßig und oft. Bei zu vielen Protesten wird eben ein Hilfsmittel, das zweifelsfrei notwendig ist in diesem Sport, als verboten erklärt. Der Hersteller mit dem meisten Einfluss scheint zu gewinnen. Sportveranstaltungen sind eigentlich die Testläufe für neue Erfindungen. Ob das jetzt technisch sind oder medizinisch, ist egal. Bestimmte Substanzen, die nachweislich Schaden anrichten, sind verboten. Was ist dazu besser geeignet als ein Wettkampf unter Testpersonen? Profisportler sind die Testpersonen für normale Verbraucher.

Monika hat das in der Dimension nie betrachtet. Trotzdem ist Beiden als Motorradfahrer klar, Einer oder Mehrere müssen das testen, was sie als Motorrad kaufen.

Die Feindseligkeiten unter den Fahrern werden oft über genau diese Produkte und deren Anwendung ausgetragen. Die Preisgelder sind einfach zu verlockend. Eigentlich ist das bei jedem Rennsport der Fall. Ob das jetzt Ski sind, Motorräder oder Autos. Den Rennfahrer interessiert dabei der jeweilige Titel. Herr Ammann bei den Skispringern, ist ein solcher Athlet, der stets Proteste auf sich zog wegen seiner Erfindungen.

Toni erfährt von Frederico und Colo, Informationen mit dem gleichen Hintergrund. Marco hatte neuartige Pedalen und Schuhe entwickelt und wollte die ausprobieren. Auch Modifikationen an der Gangschaltung hat Marco P entwickelt. Paolo ist sein Techniker. Der ist gerade angereist. Der kennt sich damit aus.

Toni sagt zu Colo, er soll mal bitte Paolo rufen.

Paolo kommt gerade in den Garten und nimmt bei Toni und den Anderen, Platz.

„Wir möchten gern etwas über die Entwicklungen von Marco erfahren.“