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Елена Шольц – Jahr für Jahr. Ein Krieg - unterschiedliche Schicksale (страница 14)

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„Elisabeth und ich…, wir wollten da mal hin…. Auf dem „Künstlerweg“ wandern.“ Seine breiten Schultern sanken ein, seine Uniform schrumpfte wie ein geplatzter Luftballon.

„Weißt du was, Franz? Lass uns lieber über Frauen reden“, meinte Wolfgang.

Doch Franz unterbrach ihn mit einer Protestgeste: „Wat? Nein, nein, nein! Das Thema Nummer eins ist für mich tabu. Ich bin nämlich verheiratet! Hast du dat vergessen?“

„Ach komm! Ich schleppe dich doch nicht in ein Freudenhaus. Ich will nur ein bisschen plaudern. Aber gut, lassen wir das Thema. Zum Wohle, Franz!“

„Zum Wohle, Wolf!“

Wolfgang breitete die Arme auf der Rückenlehne aus und studierte die Stockflecken an der Decke.

„Weißt du, Franz, wenn der Krieg vorbei ist, werde ich eine schöne Frau kennenlernen und heiraten. Dann komme ich mit meiner Ehefrau auf die Krim und wir verbringen hier unsere Flitterwochen.“

„Hm…. Flitterwochen auf der Krim? So einfach?“

„Natürlich! Warum denn nicht? Schließlich gehört das alles jetzt uns“, antwortete der Kamerad selbstbewusst und zog mit der linken Hand einen großen Kreis.

„Verstehe. Na gut! Schließe die Augen.“

„Wozu?“

„Mach sie zu!“

„Nun, ich hab schon gemacht.“

„Und? Wat siehst du?“

„Was soll ich denn sehen? Nichts.“

„Dat ist eben…, mhm…, wat dir hier gehört…. Eigentlich — nichts“, murmelte Franz. Er wollte sich gegen die geschwungene Armlehne stützen, verfehlte sie, blieb an der Achselhöhle hängen und brummte: „Langsam verliere ich meine Muttersprache.“

Wolfgang warf die leeren Dosen von der Bank und stellte die Flaschen auf den Boden. Dann half er Franz, sich hinzulegen, und schob ihm seinen Rucksack unter den Kopf. Franz schloss die Augen, schmatzte genüsslich und schlummerte sofort ein.

Draußen waren Stimmen zu hören. Dann knirschten Lehmbrocken. Die Tür öffnete sich. Ein Kamerad namens Kurt, schob seine hängende Schulter durch den Spalt und blieb auf der Stufe stehen. Er schnüffelte mit seiner hervorstehenden Nase, ließ einen Blick über die Flaschenbatterie gleiten, schaute zu den Fässern hinüber und zischte: „Ach du Scheiße!“

Verwirrt starrte er die beiden betrunkenen Freunde an: „Ihr Ärsche. Sauft ihr etwa? Heimlich vor euren Kameraden?“

Er taumelte zum Gewölbe, schob sich die Mütze tief über die buschigen Augenbrauen und kratzte sich am behaarten Hinterkopf. Seine gelblichen, schmalen Augen musterten räuberisch die Nische. Sein schiefes Kinn mit den festen, schmalen Lippen bewegte sich. Offensichtlich zählte er die Fässer und rechnete vielleicht sogar die Litermenge aus.

„Himmel, Arsch und Zwirn.“ Er schüttelte seinen Urschädel und drehte sich zur Tür: „Rolf, Bruno, wo seid ihr? Bewegt eure Ärsche!“

Der Lichtkegel wurde breiter, und mit der Frage: „Kurt, gibt`s hier was umsonst?“, drängten sich zwei weitere Männer durch die Tür.

Bruno, ebenso kräftig wie Kurt, aber mit der Haltung eines Grenadiers, stieß dem anderen in die Rippen: „Du meine Fresse, Rolf. Die lassen`s krachen!“

Rolf, schmächtig und trotz seiner Bräune irgendwie farblos, nahm seine Mütze ab, zerzauste sich mit der Handfläche die schütteren, verschwitzten Strähnen, warf einen kurzen Blick auf den Inhalt des Kellers und bestätigte mit einem schiefen Grinsen: „Ja-a-a, Bruno, ohne Rücksicht auf Verluste“.

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