Александр Усовский – Was geschah am 22 Juni 1941? (страница 11)
Es gab noch einen Unterschied zwischen dem Nationalsozialismus und Marxismus. Ein grundlegender Unterschied, der bewies, dass der Marxismus eine aggressive Lehre war, die sich als falsches Spiegelbild der damals entstehenden „Globalisierung“ erwies; der Nationalsozialismus aber war eine ausschließlich autonome, geschlossene Lehre, die auf sein eigenes Innere gerichtet war und keine Neubekehrten anderes Blutes brauchte. Der Marxismus behauptet, dass der Sieg des Sozialismus in einem Land unmöglich sei und deshalb werden die Kommunisten aufgefordert, die kommunistischen Ideen in der ganzen Welt breitzutreten. Hitler wies aber ganz bestimmt darauf hin, dass der Nationalsozialismus nicht zum Export, sondern ausschließlich für den inneren Einsatz prädestiniert war. Nur für die Deutschen! Denn Hitler hatte keine anderen Völker in sein nationalsozialistisches Paradies eingeladen. Alle anderen Nationen waren ihm egal, und die undeutscheste aller Nationen, die Juden, sollte überhaupt aus Deutschland verschwinden, denn es gab im Dritten Reich keinen Platz weder für sie, noch für ihr Geld, noch für ihre Ideen.
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Die wirtschaftlichen Erfolge des Dritten Reiches gingen Hand in Hand mit einem langsamen Ausschluss des jüdischen Kapitals aus dem wirtschaftlichen Leben des Landes.
Am 26.03.1938 wurde ein Erlass über das Registrierungsverbot eines jüdischen Eigentums für den Betrag über 5000 Mark verabschiedet. Am 12 November erschien ein Erlass über den Ausschluss von Juden aus dem deutschen wirtschaftlichen Leben und am 3 Dezember – ein Gesetz über die verbindliche Arisierung der jüdischen Unternehmen. Vorhin war die Arisierung (Verkauf der jüdischen Unternehmen an die Deutschen, der sehr von der Verwaltung „empfohlen“ war) im Großen und Ganzen eine private Angelegenheit gewesen, aber ab 03.12.1938 wurde sie zum allgemeinen deutschen Gewerbe.
Es ist allerdings anzumerken, dass die Arisierung des Vermögens keine Nationalisierung war. Das war der Form nach ein freier Kauf und Verkauf!
Jeder Durchschnittsdeutscher konnte sehen, dass die Wirtschaftslage des Reiches Tag für Tag gefestigt wurde. Jeder Deutscher sah, dass dieser Vorgang nicht vom allmählichen Ausschluss der Juden aus dem wirtschaftlichen Leben des Landes zu trennen war (es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass im Jahre 1938 immer noch über 40000 Unternehmen den Juden gehörten). Wenn eins nicht vom anderen zu trennen ist, dann heißt es: die Nazis hatten wieder recht gehabt?! Und alle Deutschen hätten sich die letzte Mühe geben müssen, um alle Juden zu bewegen, Deutschland für immer zu verlassen? Wollen sie trotz alledem nicht weg? Dann würde ein gesamtdeutscher Pogrom selbst die Unfügsamsten zum Weggehen antreiben!
Die Tatsache, dass am 7 November 1938 in Paris der deutsche Botschaftsrat vom Rath von einem polnischen Juden Herschel Grünspann erschossen und das quasi zum Anlass für eine „Kristallnacht“ wurde, zählt nicht. Er hat ihn erschossen, na und? Es war einfach ein sehr emotionaler Bursche, der einen Brief von seinen Eltern bekommen und sich dafür entschieden hatte Rache zu nehmen! Da gibt es nicht viel zu staunen – das kommt vor! Allerdings ist es eigenartig, dass er ausgerechnet einen Beamten vom deutschen Außenministerium erschossen hatte. Denn Grünspanns Eltern waren am 28.10.1938 aus dem Reich abgeschoben worden, als polnische Staatsbürger, denen das polnische Konsulat die Passverlängerung verweigerte. Der Logik nach hätte eigentlich das Bürschchen 5–6 Kugeln durch einen polnischen Diplomaten jagen sollen, denn gerade wegen der Einstellung des polnischen Staates mussten Grünspanns Eltern das relativ satte Deutschland verlassen und nach trostlosen und hungrigen polnischem Krähenwinkel ziehen!
Es sei erwähnt, dass die Nazideutschen auch schon früher von Juden getötet wurden. 1936 erschoss David Frankfurter den Führer von schweizerischen Nationalsozialisten Wilhelm Gustloff, trotzdem gab es keinen Pogrom, obwohl Gustloff ein persönlicher Freund von Hitler war!
Das Eigentum der Juden in Deutschland 1933 wurde auf 12 Mrd. Goldmark geschätzt und warf ständigen Gewinn ab. Und sie sollten dieses Clondike verlassen und in die palästinensische Wüste umziehen? Waren sie etwa so dumm? Und was auch immer die Nazis getan haben (sie hängten den Juden „Davidsterne“ an die Kleidung; die Juden mussten sich je nach dem Geschlecht mit dem ersten Vornamen „Israeli“ oder „Sara“ eintragen lassen), es half nichts. Bis zum 1938 hatten kaum 150000 Juden Deutschland verlassen – das war weniger als ein Drittel der ganzen Judengemeinde.
Die „Kristallnacht“ war eine formelle Kriegserklärung.
Am 10.11.1938 begann die Weltschlacht zwischen dem Nationalsozialismus und internationalem Kapital, eine Schlacht, wo nur eine Seite siegen und die andere verlieren konnte, denn es gab auf der Erde keinen Platz für zwei unversöhnliche Ideologien.
Kapitel 2
1
1939 wurde Polen das nächstfolgende Opfer des faschistischen Deutschlands.
Das ist eine bittere Wahrheit. In Berücksichtigung der Kriegsverluste, die das polnische Volk während des Zweiten Weltkrieges erlitten hatte – steht außer Zweifel, dass Polen ein Opfer war.
Opfer des faschistischen Deutschlands?
Kein Mensch, der wenigstens 5 Jahre der Mittelschule absolviert hatte, wird heute diesen Satz dem Zweifel unterziehen. Genauso, wie eine Behauptung, dass die Erde rund und Großbritannien ein Königreich ist. Das ist ein geschichtliches Axiom unter den anderen verschiedenen Axiomen.
Aber wir, lieber Leser, dürfen behaupten:
Das ist eine absolute, raffinierte Erfindung!
Denn die Wahrheit der Geschichte besteht darin, dass Polen im Jahre 1939 das nächstfolgende Opfer der englisch-französischen Sieger des Ersten Weltkrieges wurde!
Etwas stimmt nicht? Stimmt das Objekt mit dem Prädikat nicht überein?
Und ob das alles zusammenpasst!
Lasst uns, wie es sich gehört, von Erschaffung der Welt anfangen.
Zweites Polen war aus dem Nichts nach einer mehr als hundertjährigen Abwesenheit auf der politischen Weltkarte durch Ententestaaten (auch Kerenskiys Russland gehörte zu jenem Augenblick dazu) in Grenzen 1792, wie die Polen es zu sagen pflegen, wiederhergestellt worden.
Bemerkenswert ist, dass das „Kindchen“ sich nach der Geburt erstaunlich wild und aggressiv verhalten hatte.
Eben erst in Extrablättern erschienen, zettelte dieser neugeborene Staat sofort einige Grenzkriege an – praktisch gegen die ganze seine Nachbarschaft.
Ein sowjetisch-polnischer Krieg ist eine bekannte Sache, deshalb werden wir hier die polnische Invasion in Weißrussland und in die Ukraine und einen Gegenangriff der Ersten Reiterarmee, sowie den Feldzug Tuchatschewskiys an die Weichsel und sein blamables Scheitern keiner ausführlichen Analyse unterziehen. Auch das Rigaer Abkommen 1921, nach dem Bolschewiken leicht und zwanglos Westweißrussland und die Westukraine dem polnischen Joch überließen – werden wir nicht breittreten.
2
Wir werden beiläufig einige andere Kriege erwähnen, die Polen Anfang 20-er Jahre geführt hatte.
Es kämpfte gegen Litauen um Wilna und das Wilna-Gebiet.
Das erste Mal ergriffen die Polen Wilna am 01.01.1919, aber schon nach 5 Tagen wurden sie von sowjetischen und litauischen Truppen aus der Stadt vertrieben.
Zum zweiten Mal waren die Stadt und das Gebiet von der 1 Infanteriedivision des Generals Rydz-Smigly am 19.04.1919 erobert worden, diesmal ziemlich gründlich.
Es ist völlig wurscht, dass am 8 Dezember der Entente Rat eine Entscheidung bezüglich der östlichen Grenze Polens (sogenannte „Curzon-Linie“) traf, nach der Wilna und das Wilna-Gebiet Litauens Eigentum wurden. Die Polen hatten ihre eigene Meinung, was die Grenzberichtigung und territoriale Zugehörigkeit dieses Territoriums anging (apropos, dieses Territorium war hauptsächlich von den weißrussischen Katholiken besiedelt, deren Interessen von Entente, aus welchem Grund auch immer, ignoriert wurden).
Am 31.03.1920 bildeten Litauen und RSFSR ein Militärbündnis gegen Polen und am 14 Juli vertrieben sowjetische Streitkräfte die Polen aus Wilna. Und dann, gemäß dem Abkommen, wurde die Stadt am 26 August den litauischen Streitkräften übergeben.
Darauf antwortete Polen mit Invasion seiner Truppen in Litauen am 22 September – wenn Litauen de-jure ein Militärverbündete der „Roten“ war, so hatte es, nach der Meinung der polnischen Regierung, keine Rechte auf die aus den Bolschewikenhänden erhaltenen Wilna und Wilna-Gebiet. Das Vorrücken der polnischen Legionen ging ziemlich gut voran – aber nur bis zum Anfang Oktober. Das polnische Unterfangen (muntere Eroberung von Wilna und Umgebungen) ging schief, nicht wegen eines erbitterten Widerstandes der Litauer, wie es jemand zu denken vermag, sondern weil sich die „erwachsenen Onkel“ aus Europa in diese blutige Zwietracht mischten. Entente hatte ihrem „Limitroph“– Staat (der halb verrückt wurde durch die unerwartet gewonnene Freiheit, einen Krieg nach Herzenslust zu führen) mit dem Fingerchen gedroht und am 7 Oktober wurde in Suwalki auf Drängen der Sieger-Länder ein Friedensvertrag zwischen Polen und Litauen unterschrieben, nach dem Wilna an die „baltischen Radikalen“ fiel.