Валентин Красногоров – Heute oder nie! (страница 24)
ER: Und das geben Sie zu?
SIE: Habe ich das etwa verheimlicht? Ich habe Sie doch von Anfang an darin bestätigt. Aber Sie fürchten mich, warum auch immer.
ER: Ich fürchte nichts. Mir wird es einfach unangenehm sein, morgens mit einer unbekannten Frau aufzuwachen.
SIE: Und nicht zu wissen, wie Sie sie loswerden.
ER: Das habe ich nicht gesagt.
SIE: Nur gedacht.
ER:
SIE: Das muss auch nicht sein. Sie gefallen mir genau so.
ER:
SIE: Was ist das?
ER: Die Bezahlung für die von Ihnen verbrachte Zeit. Sie mussten Geld verdienen, ich bin bereit zu bezahlen. Unter der Bedingung, dass Sie mich in Ruhe lassen.
SIE: Wir besprechen dieses Geschäft später.
ER: Nein, jetzt. Wenn es wenig ist, dann bin ich bereit, noch daraufzulegen.
SIE: Ich bin gewohnt, Geld auf ehrliche Weise zu verdienen, und keine Almosen zu bekommen.
ER: Indem Sie mich unterhielten haben Sie das ehrlicher verdient, als üblich. Ich verheimliche nicht, dass meine Stimmung schlecht war, Sie haben ein bisschen geholfen, mich abzulenken. Aber jetzt basta. Nehmen Sie und gehen Sie!
SIE:
ER: Gehen Sie mit Gott!
SIE: Warum vertreiben Sie mich?
ER: Weil es mir zu scheinen beginnt, dass ich mich mehr als nötig für Sie interessiere.
SIE: Und Sie wissen immer, wie viel Sie sich erlauben können?
ER: Versteht sich. Wie sagt man, „trink, aber betrink dich nicht, liebe, aber verlieb dich nicht“.
SIE: Ihnen muss man eine Eins für Verhalten geben.
ER: Vollkommen richtig. Nehmen Sie das Geld!
SIE: Wenn ich es nehme, dann nur am Morgen.
ER: Ich bewundere Ihre Hartnäckigkeit.
SIE: Und ich Ihren unbeugsamen Charakter.
ER: Sie haben sich sehr bemüht, aber verloren.
SIE: Dann haben wir beide verloren.
ER: Kann sein. Und jetzt gehen Sie!
SIE: Überhaupt, ich sitze an meinem Tisch.
ER: Richtig. Verzeihen Sie.
SIE: Verzeihen Sie, ist hier frei?
ER:
SIE: Das heißt, ich kann mich solange setzen?
ER: Wie Sie wollen.
SIE: Ein paar Worte zum Abschied sagen. Setzen Sie sich. Ich halte Sie nicht auf.
ER:
SIE: Wissen Sie, warum ich vor einer Stunde zu Ihnen kam?
ER: Ich kann´s mir denken.
SIE: Nein, Sie erraten es nicht.
ER: Nun, dann sagen Sie´s.
SIE: Ich saß lange nicht weit entfernt und beobachtete Sie. Und Sie sahen nicht ein einziges Mal zu mir. Aber ich bin nicht beleidigt – weshalb sollten Sie zu mir schauen? Und so saß ich und saß und dachte plötzlich – Sie gehen jetzt weg, und ich sehe Sie nie, nie mehr wieder. Und ich stellte mir vor, wie Sie alleine in Ihr kahles, ungemütliches Zimmer hinaufgehen und begriff, dass wenn Sie weggehen, ich Ihnen mit nichts mehr helfen kann. Und dann stand ich plötzlich auf und ging zu Ihnen hin, auf nichts spekulierend und nichts planend. Ich ging einfach hin.
ER:
SIE: Sie brauchen auch nichts zu sagen. Vergessen Sie sie, und Schluss damit.
ER: Geben Sie zu, dass Sie das alles eben erst ausgedacht haben.
SIE: Kann sein. Aber ich gestehe nicht.
ER: Ich bin sicher, dass es ausgedacht ist, aber es ist trotzdem angenehm.
SIE: Nun denn, in diesem angenehmen Ton beenden wir auch unsere nicht zustande gekommene Bekanntschaft.
ER: Sie sind eine seltsame Frau.
SIE: Danke für das Kompliment. Ich bemühe mich, es zu verdienen.
ER: Klug, gebildet, gut erzogen… Und dabei… Nein, wirklich, sehr seltsam.
SIE: Ist es denn schlecht, seltsam zu sein?
ER: Nun, nicht in diesem Maß.
SIE: Lieber so eine sein, wie alle?
ER: Wahrscheinlich.
SIE: Aber normal zu sein ist so langweilig! Aber wenn Sie Langeweile lieben, langweilen Sie sich weiter.
ER:
SIE: Weshalb? Sie sind doch ein Muster an Moral.
ER: Wir trinken dort Kaffee.
SIE:
ER: Nun, dann nicht Kaffe, sondern etwas anderes.
SIE:
ER: Warum auch nicht?