Валентин Красногоров – Heute oder nie! (страница 10)
DOKTOR: Nein, mir scheint, er kam. Nun, gut. Angenommen, dass er, Ihren Worten nach, ein Verrückter ist. Aber jene Frau zeigte mir ihre Dokumente, und Sie, entschuldigen Sie, kenne ich nicht einmal dem Namen nach.
MARINA: Wie können Sie das nicht wissen? Nicht länger, als heute Morgen, haben Sie mir selbst zweimal angerufen und mich Marina genannt.
DOKTOR:
MARINA:
DOKTOR: Das muss nicht sein, ich glaube Ihnen.
MARINA: Jetzt glauben Sie, nach fünf Minuten hören Sie wieder auf, zu glauben. Wie alle Männer. Schauen Sie trotzdem.
DOKTOR: „Marina Glöckner“.
MARINA: Ist der Stempel in Ordnung?
DOKTOR: In Ordnung.
MARINA: Mein Mann hat Ihnen erzählt, dass wir in derselben Schule gelernt haben?
DOKTOR: Welcher Mann? Anton? Er hat.
MARINA: Hier, schauen Sie, wie wir als Kinder waren. Lustig, nicht wahr?
DOKTOR: Sie haben sich fast nicht verändert.
MARINA: Danke. Und hier sind wir beide schon erwachsen.
DOKTOR: Das war wahrscheinlich kurz vor der Hochzeit?
MARINA: Ja.
DOKTOR: Wie schön Sie sind!
MARINA:
DOKTOR: Jetzt sind Sie noch besser.
MARINA: Danke.
DOKTOR: Ich schwöre Ihnen, ich habe niemanden eingeladen! Und überhaupt kam niemand hierher!
MARINA:
DOKTOR:
MARINA: Und wenn Sie Arzt sind, dann bringen Ihnen die Patienten auch Cognac. Bringen sie, oder bringen sie nicht?
DOKTOR:
MARINA: Also, dann trinken Sie einen Doppelten. Das hilft sofort.
DOKTOR: Das prüfen wir sofort.
MARINA: Ich habe Ihnen noch nicht verziehen.
DOKTOR: Ach, lassen Sie doch. Trinken wir.
MARINA:
DOKTOR: Ich gebe zu, dass ich heute nicht ganz in Form bin. Müdigkeit, Gedächtnisverlust, verwirrte Gedanken, Schwindelgefühle… Ich fürchte, das alles nennt sich mit einem Begriff – Alter.
MARINA: Dummes Zeug. Sie brauchen bloß eine warme, fürsorgliche, weibliche Hand, das ist alles. Haben Sie eine Frau?
DOKTOR: Frau? Lassen Sie mich nachdenken…
MARINA: Leiden Sie bloß nicht darunter.
DOKTOR: Ich leide auch nicht. Wenn Sie in der Nähe sind. Wissen Sie, ich beneide sogar Ihren Mann. Ich würde auch mit Freuden alles zum Teufel vergessen: Einsamkeit, ermüdende Arbeit, Steuerinspektoren, neidische Kollegen, streitende Nachbarn, beharrliche Patienten mit ihren dauernden Beschwerden und Krankheiten, und gleichzeitig meine eigenen. An nichts denken, sich an nichts erinnern, neben einer schönen Frau sitzen mit einem Cognac, vergessen, dass du alt für sie bist, oder bald alt wirst, alles vergessen und nur die momentane Minute genießen…
MARINA: Also dann lassen Sie uns doch für den Augenblick leben. Buße, Bedauern, Nachdenken, die kommen danach, aber jetzt lassen Sie uns des Lebens freuen.
DOKTOR: Danke. Mir ist so leicht mit Ihnen. Von Ihnen geht irgendein Licht aus. Sie sind wahrscheinlich sehr glücklich.
MARINA: Denken Sie nicht, dass ich es leicht habe. Ich weiß, was Einsamkeit ist.
DOKTOR: Sie haben Anton.
MARINA: Apropos, ich muss kontrollieren, ob er nicht gegangen ist.
DOKTOR: Alles in Ordnung?
MARINA: Ja. Es erscheint Ihnen wahrscheinlich seltsam, dass ich mich um ihn sorge, aber ich liebe ihn sehr. So sehr, dass ich bereit bin, ihm zuliebe große Dummheiten zu machen.
DOKTOR: Ich verstehe.
MARINA:
DOKTOR: Beeilen Sie sich nicht.
MARINA: Ich muss Anton heim bringen.
DOKTOR:
MARINA: Wenn Sie es sich nicht anders überlegen oder vergessen.
DOKTOR:
MARINA:
DOKTOR: Für Sie mache ich alles, was Sie wünschen. Soll ich Sie begleiten?
MARINA: Nein, danke. Ich bitte Sie, sorgen Sie dafür, dass mein Mann nicht weg geht, solange ich ein Taxi suche.
DOKTOR: Sie wieder?
MANN: Wie Sie sehen.
DOKTOR: Was wollen Sie denn eigentlich?
MANN: Ich führe eine kleine private Nachforschung durch.
DOKTOR: Ich habe gleich begriffen, dass Sie ein Schnüffler sind.
MANN: Ich bin kein Schnüffler. Ich bin Finanzist.
DOKTOR: Falls Sie Steuerinspektor sind, zeigen Sie einen Ausweis vor.
MANN:
DOKTOR: Haben Sie etwa sie verfolgt?
MANN: Kann sein.
DOKTOR: Leider kann ich mit nichts helfen. Sie ist, wie Sie sehen, nicht hier.
MANN: Ich habe doch gesehen, wie sie vor zwanzig Minuten hier herein kam.