Наталья Патрацкая – Perlenschmetterlinge (страница 10)
„Nein, Alla ist nichts für mich! Ich kann es nicht ertragen, dass sie verschwindet!“ „Ich kann es nicht mit Graf Pavlin und seinen Männern aufnehmen. Vielleicht geben sie sie zurück, und dann nehmen sie sie wieder mit! Und wer bin ich schon in dieser Geschichte?“, grübelte Jura.
„Jura, lass uns schwimmen gehen! Das wird dir guttun“, sagte Pascha zu ihm.
„Ich komme mit“, flüsterte Liana fast. Das Wasser kühlte die jugendlichen Leidenschaften. Die drei streckten sich auf den weißen Plastikhockern aus. Die Sonne schien und wärmte durch die Wolken.
„Ich komme nach Hause, gehe zur Fahrschule und kaufe mir ein Auto“, sagte Jura verträumt.
„Gut gemacht, Jura. Ich gehe mit dir zur Fahrschule. Ich möchte einen Führerschein machen. Wir haben uns nie darum gekümmert, und ohne Führerschein haben wir keinen. Weder beim Militär noch während des Studiums. Jetzt haben wir erst einmal unseren Führerschein“, beendete Pascha seine Tagträumerei.
„Habt ihr mich vergessen? Ich bin doch bei euch! Mein Vater hat ein Auto. Ich kann fahren, ich brauche nur eins!“, schrie Liana laut und strich sich mit den Händen über die Haare.
„Liana, du hast eine Stimme!“, rief Pascha. „Wir hören dir zu.“ Fröhlich machten sich die drei auf den Weg zu ihrem Haus; sie mussten sich für das Abendessen umziehen. Am Abend saß eine erschöpfte Alla auf einem kleinen Stuhl. Sie rührte sich nicht.
„Liana, frag nicht. Sie sind Monster: weder sich selbst noch anderen.“
Liana ging duschen, da sie nicht sofort mit Alla sprechen konnte. Als sie frisch und ruhig aus der Dusche kam, schlief ihre Freundin bereits. Der erschöpfte Ausdruck in Allas Gesicht wich auch im Schlaf nicht. Liana beschloss, Kommissar Ilya Lvovich alles zu erzählen. Sie kannte seine Telefonnummer auswendig.
„Ilya Lvovich, Liana ruft an. Alla wird von den Männern des Grafen gequält.“
„Liana, ich komme dich besuchen.“
Ilya Lvovich traf tatsächlich bald ein. Er sah Alla an und sagte:
„Ich höre schon lange von Graf Pavlin und seinen Machenschaften, aber ich habe ihn noch nicht gesehen. Alla wurde wieder unter Drogen gesetzt. Soll ich sie bewachen lassen? Es ist eine schwierige Situation.“
„Sie nehmen Alla mit und bringen sie dann zurück“, sagte Liana.
„Liana, sag mir sofort Bescheid, wenn sie sie abholen.“ Vielleicht bringen sie sie nicht zu ihrem Schloss und lassen sie dort völlig verausgabt. Kann sie nach Hause?
„Wir haben noch eine Woche. Heute haben wir Probe mit der Sängerin Victoria Lvovna.“
„Sie kommen heute nicht zurück, aber vielleicht morgen. Die Entführer werden morgen von der Probe erfahren.“
Kapitel 4. Der doppelte Tiefpunkt der Ereignisse
Alla erwachte am Abend. Die Dusche erfrischte sie. Sie kam wieder zu sich und erschien im Speisesaal. Die Männer sahen sie überrascht an, als wäre sie ein Wesen aus einer anderen Welt. Alla sagte nichts darüber, was ihr außerhalb der Pension zugestoßen war. Alle vier erschienen zur Probe. Die Sängerin mochte die vier jungen Männer sehr. Sie beschloss, sie heimlich als Statisten einzusetzen. Nicht nur die Mädchen waren gleich groß, sondern auch die Männer, und dazu noch recht gutaussehend. Ihre Stimmen mussten getestet werden. Sie behaupteten, das Repertoire der Sängerin zu kennen. Ihre Aufgabe war es, die Refrains zu perfektionieren.
Die Mädchen klangen fast wie aus einem Guss, offenbar hatten sie schon oft zusammen gesungen; die Bassstimmen der Männer waren zwar nicht synchron, aber von angenehmer Klangfarbe. Urlauber strömten durch die Türen des Konzertsaals des Resorts und füllten nach und nach die hinteren Reihen. Als Victoria Lvovna zu singen begann, war der Saal nur halb gefüllt. Es war schlicht unmöglich, das Publikum hinauszuschicken. Die Leute drängten sich am Probeneingang, als wäre es ein Konzert. Man erkannte Alla und ihre Freunde aus dem Resort – Pascha und Jura – und applaudierte ihnen bis zur Erschöpfung. Man muss sagen, dass die Ansprüche an Konzerte im Resort naturgemäß etwas niedriger sind; hier ist jeder Cent Gold wert.
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