18+
реклама
18+
Бургер менюБургер меню

Наталья Патрацкая – Der Diamantenschirm (страница 10)

18

Agnessa war seit dreißig Jahren als Erbin im Testament eingetragen. Meine Tante arbeitete in Parteiorganisationen. Sie war als Parteifunktionärin sehr erfolgreich. Sie war die Stellvertreterin der Parteiführung in der Stadt. Sie war keine Sekretärin, hatte aber auch keine. Sie hatte ein Büro. Immobilien wurden über sie gekauft und verkauft.

Sie war eine ernsthafte Frau. Die Menschen fürchteten und respektierten sie. Sie hielt Außenstehende von ihren Angelegenheiten fern, und so vertrauten ihr die heimlich Reichen. Sie verriet sie nicht. Sie hielten sie nicht für eine Strohfrau. Tante Marta lebte bescheiden. Sie erinnerte sich noch gut an die Durchsuchungen ihrer Wohnung. Auf den ersten Blick wirkte ihre Wohnung für die Inspektoren völlig unscheinbar. Sie besaß lediglich einen Firmenwagen mit einem wortlosen Chauffeur. Das Datscha-Grundstück meiner Tante war klein: bescheidene sechshundert Quadratmeter in einem Gemeinschaftsgarten.

Das Haus war aus Ziegeln. Sie übernachtete dort nie. Sie ging nach Hause, um zu schlafen. Sie hatte Diabetes. Jeden Morgen nahm sie einen Löffel Sonnenblumenöl zu sich. Sie aß nur selten Süßigkeiten. In ihrem Haus reichte eine Flasche Wodka oder Wein zwanzig, ja sogar dreißig Jahre. Die Kleidung meiner Tante war so gut erhalten, dass, wie sie sagte, niemand sie ausziehen oder anders anziehen würde. Sie war von guter Qualität, aber schmucklos. Woher hatte meine Tante nur das Geld? Sie musste doch Geld gehabt haben! Aber woher?

Welches Erbe erwartete Agnes? Agnes wusste genau, dass meine Tante die Schmuckschatulle besonders schätzte, obwohl sie schlicht aussah. Die Schatulle enthielt Modeschmuck. Sie hatte keinen doppelten Boden, aber Füße von sechs mal sechs Zentimetern und drei Zentimetern Höhe. Irgendwelche Absätze.

In diesen Absätzen lag das, was meine Tante für ihren Lebensunterhalt gespart hatte. Kleine Löcher, mit winzigen Korken verschlossen, führten von der Schatulle in die Absätze. Vier Sparschweine. Zu Füßen der Schachtel lagen … genau, kleine Diamanten, so groß wie ein Hirsekorn. Während des Krieges rettete Hirse meine Tante vor dem Verhungern. Nach dem Krieg sammelte sie ihre eigene Hirse – in Diamantengröße.

Solche Körner wurden verkauft; sie waren nicht besonders begehrt; solche Diamanten gab es in Läden; diese diamantgroßen Hirsekörner hatten eine fast ehrliche Geschichte. Meine Tante nahm Bestechungsgelder mit genau diesen glänzenden Körnern an. Sie hatte eine Vertiefung auf ihrem Schreibtisch; sie ließ ein Diamantkorn hineinfallen, und ein wohlhabender Geschäftsmann erhielt von den städtischen Behörden die Erlaubnis, zu kaufen, was immer er wollte.

Конец ознакомительного фрагмента.

Текст предоставлен ООО «Литрес».

Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на Литрес.

Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.