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Kh Beyer – Ostmigranten (страница 2)

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„Ich denke, sie müssen etwas mit den technischen Anbauten trainieren.“

„Lutz fehlt uns. Der hat das immer getan für den Papa. Er studiert gerade. In den Semesterferien ist er zu Hause.“

Erna tischt auf. Sie möchte die Wirtschaftshilfen motivieren. Die Jause würde selbst Hotelgäste neidisch machen. Es fehlt nichts. Karin schlägt zu, als hätte sie die vergangenen Wochen nichts gegessen.

„Das gibt es zu Hause nicht“, scherzt Loisl.

„Schon. Auch in unserer Familie“, antwortet Karin mit vollem Mund.

„Ja? Sind die auch Bauern?“

„Die kommen ja in Kürze. Vielleicht bringen sie etwas mit.“

Die Spannung scheint zu wachsen.

„Gab es denn dort keinen Platz für euch? Die Familie braucht doch sicher auch Hilfe.“

„Die Familie ist in der Genossenschaft. Die haben ihre Genossenschaft nur umbenannt und etwas umstrukturiert.“

„Da bekommen sie doch staatliche Stützung?“

„Nicht in der besetzten DDR.“

„Alles klar.“

Martha reist an. Mama Helga, Egon und Rolf sitzen mit im Auto. Martha und Erhard wollen etwas bleiben. Sie möchten zusammen mit Karin und ihrer Familie, Kaffee trinken. Sie haben von der Bodenstation aus telefoniert. Ohne Lastenaufzug kommen sie nicht auf die Alm. Die Zufahrt ist gesperrt. Der Weg und der Lastzug gehören Loisl. Loisl freut sich über den Besuch.

„Ich öffne euch die Schranke.“

„Wir wären auch gern mit dem Lastenaufzug gefahren.“

„In den Korb passen nur drei Personen. Die müssen schwindelfrei sein.“

Martha scheint das zu reizen. Loisl lehnt ab.

„Heute geht zu viel Wind. Das ist kein öffentlicher Aufzug. Der wird nicht so gewartet wie diese Seilbahnen.“

Die Schranke springt auf. Erhard kann hinauf fahren.

„Der Weg ist gut ausgebaut“, sagt er.

„Etwas drehend vielleicht“, stöhnt Martha.

Ihr scheint das nicht besonders zu gefallen.

„Du wolltest mit der Seilbahn fahren“, sagt Erhard. Er schüttelt den Kopf.

„Du hättest die ganze Alm voll gekotzt.“

Martha lacht dazu.

„Jetzt überzeugst du mich.“

Oben angekommen, wartet schon Karin vor der Hütte. Neben Loisl. Loisl hat sich vor genommen, die Gäste durch die Hütte zu führen. Aber erst, nachdem er ihnen Kaffee und Strudel serviert hat.

Schon nach zu kurzer Zeit, gibt es Tränen des Wiedersehens. Karin gesteht ihre Nachlässigkeit der Vergangenheit. Sie konnte Martha nicht all zu oft besuchen. Die Suche nach Arbeit, hat ihre gesamte Freizeit gefressen. Martha streichelt ihr Gesicht.

„Du bist viel schöner und reifer geworden“, gesteht sie. Nicht geheuchelt. Karin stellte das schon auch fest. Sie dachte, das brächte ihr Vorteile. Das hat sich mittlerweile als Irrtum entpuppt.

„Wir haben dir etwas Heimat mitgebracht.“

Sie blickt zu Erhard. Der hält zwei Taschen in der Hand. Erhard kann es kaum erwarten, Karin den Inhalt zu zeigen. Loisl wird neugierig.

Tatsächlich befinden sich in der ersten Tasche fast ausschließlich Wurst- und Fleischkonserven.

„Für die Not“, sagt Erhard lächelnd – halb zu Loisl. Loisl hat das bemerkt. Er sieht das als Einladung.

Bauern vergleichen gern ihre Produkte. Und das ist eine Gelegenheit.

„Was haben wir denn da?“, fragt er provozierend.

„Wurst- und Fleischkonserven! In Österreich?“ Er lacht. Etwas lauter als sonst. Erna schaut ihn scharf an. Loisl schluckt.

„Wollt ihr einen guten Obstler zum Kaffee?“

Loisl zieht sich aus dem Gespräch zurück. Erna scheint zu übernehmen.

Erhard zeigt Karin den Inhalt der zweiten Tasche. Ein paar warme Sachen sind dabei. Dazwischen liegt ein recht großes Sortiment Pariser.

„Gummifufftscher?“, fragt Karin.

Erna muss laut lachen. Loisl kann es auch nicht mehr halten. Stimmung kommt auf. Erhard hat die Taschen mutwillig vor allen Anwesenden ausgepackt und gezeigt. Helga hat ihr von Karins Erlebnissen berichtet. Wahrscheinlich schon vor der langen Anreise. Der Wink scheint zu wirken.

„Ich habe extra Große gekauft“, scherzt Erhard.

„Ich“, legt Martha nach. „Ich habe die gekauft.“

Martha scheint gut zu wissen, worauf es ankommt in der Fremde. Erhard war auch ziemlich oft außer Haus. Er half, oft wochenlang, bei Schneebrüchen und Unwettern. Auch im Tagebau. Als Feuerwehrmann. Karin muss lächeln dazu. Das Lächeln sagt Martha – Einiges. Sie bemerkt die Bestätigung. Mit den Augen deutet sie in Richtung Loisl. Karin zwinkert und schaut auch in Richtung Erna.

„Gefällt es dir? Habe ich Etwas vergessen?“

Das ist der Wink in Richtung Erna. Erna hat das bemerkt. Erna ist eine recht maskuline Erscheinung. Typisch für die Alpenregion. Hier müssen Frauen hart arbeiten. Die Hofarbeit ist mehr als nur anstrengend. Sie stärkt den Körper an Stellen, die eigentlich für das Weibliche reserviert waren.

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