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Kh Beyer – Die Hubertusalm (страница 7)

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"Ihr seid Kollegen", sagt sie.

"Und schwul", antwortet der Andere der Zwei.

"Das habe ich mir schon gedacht bei dem Geruch."

"Du musst also nichts befürchten von uns. Wir wollen dich nur empfangen als unsere neue Kollegin."

"Ich bin nur zur Probe hier."

"Vergiss das. Wir haben das schon geklärt mit Clara. Die hat dich sofort fest angestellt."

Karinka fällt fast aus dem Häuschen. Sie kann es nicht fassen.

"Du bekommst auch zweihundert mehr im Monat."

Auch das noch, denkt Karinka.

Karinka kann sich nur an den äußersten Rand der Sitzgruppe setzen. Wenn das Gäste bemerken, wäre ihr Ruf sofort ruiniert. Unter den Gästen sind oft auch Kollegen der örtlichen Hoteliers. Die schauen nicht selten nach Angeboten auf dem Personalmarkt. Etela weiß das. Sie hat Karinka auf diese Typen aufmerksam gemacht. Alle kennt sie aber nicht. Zu oft wird eine gute Kraft auch von den Hoteliers angeschwärzt. Auf diese Art, möchten die Hoteliers die Kraft für sich gewinnen. Preiswerter, versteht sich. Allgemein besprechen das die Gastronomen telefonisch untereinander. Selten wird die Beurteilung auch schriftlich verfasst und dem Arbeiter gegeben. Die Arbeiter würde das schon auch interessieren, was über die gesprochen wird. Den Arbeitern wird hingegen ein mit kodierten Lügen gespicktes Schriftstück ausgehändigt.

"Ich verbrenne meine Beurteilungen", sagt Etela.

"Die sind alle nichts wert."

"Aber, dann hast du keine Zeugnisse", antwortet Karinka.

"Die Zeugnisse stehen in deinen Lohnunterlagen", gibt Etela ihr zu verstehen.

"Aber da steht doch nicht, ob dein letzter Chef mit dir zufrieden war."

"Wenn du den regelmäßig an dein Nest lässt, wird er schon zufrieden sein."

Die Zwei lachen.

"Was ist, wenn ich ihn nicht ran lasse?"

"Dann lernst du richtiges Deutsch in seiner Vielfalt kennen."

Unter der Woche kommen wenig Gäste von Auswärts. Der Abend ist relativ zeitig beendet. Die Kollegen können ein kleines Willkommen feiern. Die letzten drei Hotelgäste nehmen bei Jarosch am Tresen Platz. Etela und Karinka wollen die Tische schnell abräumen. Sie möchten auch gleich die Stühle auf die Tische stellen. Clara hatte das eigentlich verboten.

"Das wirkt auf Gäste, abweisend", hat sie gesagt.

Jarosch sieht das ähnlich streng. Er gibt mit den Augen die entsprechenden Zeichen. Etela folgt diesem Hinweis. Eigentlich sind auch Personaltreffen nicht gern gesehen. Die sollen sich in ihren Zimmern treffen. In dem Fall, hat Clara eine Ausnahme genehmigt. Kurz. Bis zur Schließung.

Die letzten drei Hausgäste gehen. Kurz nach Mitternacht, schließt Jarosch das Stübele. Die Drei putzen schnell das Gröbste. Der Raum wird gelüftet. Hier ist das Rauchen erlaubt. Das scheint auch der Grund für die rege Nutzung des Stübeles zu sein.

"Manchmal kommen auch Gäste während des Menüs zu uns", sagt Jarosch.

"Zwischen den Gängen."

Nach dem Putzen und dem Sekt mit den neuen Freunden, begeben sich Alle in ihre Zimmer. Eine Nachfeier im Zimmer möchte Karinka vermeiden. Obwohl sie ausschlafen könnte. Etela hat etwas gedrängt. Sie hat Karinka unterwegs mehrmals geküsst. Vor Freude, wie sie sagt.

"Hast du Jaroschs Hose gesehen?"

"Da steckt schon Etwas dahinter", antwortet Karinka. Beide lachen lüstern.

"Aber Jarosch ist sehr schwierig. Er ist zu launig."

"Auch nach dem Sex?"

"Gerade da."

"Wie kommt das?"

"Er hat, glaub ich, eine Freundin verloren."

"Das ist doch normal in dem Alter."

"Aber die hat sein Geld mit genommen."

"Das war schon mal keine Liebe. Hat er das nicht gemerkt?"

"So genau kenne ich mich da nicht aus. Er hat aber irgend etwas Herzloses an sich."

"Du meinst, er hat keine warmen Gefühle?"

"Genau."

"Für ihn ist der Sex also reine Mechanik."

"Besser kann man es nicht sagen, meine Liebe."

Etela küsst Karinka innig.

"Du hast Herz. Dich liebe ich."

"Nach einem Tag?"

"Der erste Eindruck. Du weißt schon. Wie gefällt es dir bei uns hier?"

"Dem ersten Eindruck nach, recht gut. Hattest du auch mit Gita Sex?"

"Gita liebe ich heute noch."

"So gut war sie?"

"Gita wollte keine wilden Orgien. Auch keinen wilden Sex."

"Was hat Gita am meisten gefallen?"

"Gita wollte vom Orgasmus überrascht werden. Einfach so beim Spielen."

"Das können wir heute mal probieren."

"Du hast Recht. Wir schauen ein paar Filme. Der Rest ergibt sich von Allein."

Etela begleitet Karinka bis in die Dusche.

"Wo können wir unsere Wäsche waschen", fragt Karinka.

"Wir haben im Keller eine Waschmaschine. Das kostet einen Euro."

"Wo waschen wir denn die Hotelwäsche?"

"Ich rede mit Lina. Die kann ich dir dann auch gleich vorstellen. Ein Zuckerstückchen."

"Wohnt Lina mit in unserem Personalhaus?"

"Lina geht recht früh aus dem Haus. Sie putzt das Foyer bevor die Gäste kommen. Sie wohnt gleich im Erdgeschoss. Bei ihr wohnen Ella und Sofia."

"Was? Drei Frauen in einem Zimmer?"

"Naja. Die haben Küche und Bad. Das ist eigentlich die Wohnung von Claras Eltern."

"Also ist das Personalhaus, das Haus der Eltern der Hoteliers?"

"Du hast es begriffen. Alles für den Gast."

"Wo wohnen dann Hubertus und Clara?"