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Charley Brindley – Hannibals Elefantenmädchen Buch Eins (страница 12)

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Ein Wispern von Lavendel tünchte den östlichen Himmel, als ich Tendaos Umhang aufhob und das Heu abschüttelte. »Auf Wiedersehen, Obolus. Ich muss zurück zu Yzebels Zelt eilen. Aber ich werde bald zurück sein, das verspreche ich.«

Kapitel Sieben

Als ich vor der Dämmerung zurück zu Yzebels Tischen kam, war alles ruhig. Ich benutzte das Schüreisen, um durch die Kohlen zu rechen, fand ein paar glimmende, glühende Holzstücke. Mit ein wenig Anzündholz und ein paar Atemhauchen erblühte das Feuer. Ich fügte größere Stöcke hinzu, erweckte das Feuer zu Leben.

Yzebel kam heraus und streckte sich. »Guten Morgen.«

»Guten Morgen. Soll ich mit dem Frühstück beginnen?«

Sie blickte in Richtung Osten, wo die Sonne bald über die Bäume brechen würde. »Es ist am besten früh Vorräte zu handeln, während es noch eine gute Auswahl an Gegenständen gibt.«

Jabnet schlief noch immer, als wir gingen.

Ein Lederbeutel, der an einer Schnur um Yzebels Taille festgemacht war, hielt alle Münzen, Ringe und Schmuckstücke, welche die Soldaten in der Nacht zuvor auf ihren Tischen hinterlassen hatten.

Wir fanden den Abdecker an seiner Werkbank an einem Bach in der Nähe der Mitte des Camps. Ich blieb still und beobachtete, während Yzebel über verschiedene Fleischzuschnitte feilschte. Sobald sie mit dem Hammel und dem kleinen Schwein zufrieden war, die er ausgegeben hatte, stritten sie viel über den Wert des Schmucks, den sie als Bezahlung anbot. Schließlich warf sie einen Goldring in den Handel und verlangte drei lebendige Hühner zusätzlich zum Fleisch. Der Abdecker untersuchte den Ring für eine lange Zeit, bevor er der Transaktion zustimmte. Yzebel bat ihn dann die Kiste, worin die Hühner eingepfercht waren, miteinzuschließen.

Auf dem Weg zurück zu Yzebels Zelt balancierte ich die Kiste mit gackernden Hühnern auf meinem Kopf, während sie das geschlachtete Schwein auf ihrer Schulter trug. Wir würden für den Hammel einen zweiten Ausflug machen müssen.

»Also das«, sagte Yzebel in einem trällernden Ton, »ist, was ich einen guten Handel nenne.« Ihre Stimme hob und senkte sich in einer Melodie aus Worten. »Wir haben nicht nur die doppelte Menge an Fleisch bekommen, als wir wollten, sondern auch die Hühner.« Sie lehnte sich herunter, um mich unter der Kiste anzuspähen. »Was hältst du davon, Liada?«

»Ich dachte, dass du eine Menge für die eine Münze, zwei Halsketten und einen kleinen Goldring bekommen hast, aber ich wollte nicht sprechen, während du mit dem Mann handelst.«

»Ja.« Yzebel richtete sich auf und verlagerte ihr Schwein auf ihre andere Schulter. »Es ist gut für dich zu beobachten und zu lernen. Du musst nicht nur die Qualität der Dinge kennen, um die du handeln willst, sondern auch den Wert der Gegenstände im Austausch.«

Wir kamen am Zelt an und Yzebel rief nach ihrem faulen Sohn, so dass er aufwachte. Sie musste ihn noch einmal rufen, bevor er schließlich sich die Augen reibend in den Sonnenschein stolperte.

Er murrte etwas, das ich nicht verstehen konnte, als sie ihm sagte, dass er über das Schwein und die Hühner Wache halten sollte, während wir losgingen, um das restliche Fleisch zu holen.

Auf dem Weg zurück vom Abdecker hielten wir in der Nähe des Fußes vom Steinklopf Hügel an, um noch um Rosinenwein und Hartweizen zu handeln. Unsere Arme waren vollbeladen, als wir zum Zelt zurückkehrten.

Ich konnte von der Länge unserer Schatten sehen, dass es beinahe Vormittag war.

»Sie hat dein Kleid gestohlen«, sagte Jabnet, während wir die Vorräte auf dem Tisch auslegten.

Yzebel griff nach einem Krug und goss Wein für mich und sie ein. »Nein, hat sie nicht.«

»Warum trägst sie es dann?«

»Jabnet.« Yzebel nahm den Wasserschlauch auf, um meinen Wein mit einem großen Maß Wasser zu verdünnen. »Sie trägt es, weil ich es ihr geschenkt habe. Du machst mich mit deinen törichten Fragen müde. Geh in den Wald und sammle Feuerholz, so dass wir zu kochen anfangen können. Ich brauche außerdem einen starken Zweig, um das Schwein über dem Feuer zu rösten. Hol keine Kiefer; der Saft ruiniert den Geschmack des Fleischs.«

Jabnet murmelte mir etwas zu über Saft, als er zwischen uns ging. Yzebel hob ihre Hand und ich dachte, dass sie ihn packen würde, aber sie schüttelte einfach ihren Kopf und verdrehte ihre Augen zum Himmel. Sie lächelte mich an und steckte eine verirrte Locke hinter ihr Ohr.

Als wir unsere Getränke beendetet haben, gab sie mir zwei Kupferstücke, eine winzige Goldkette und ein paar in eine Schleife gelegte Silberohrringe. »Geh zu Bostar«, sagte sie. »Sag ihm, dass wir sieben Brotlaibe brauchen.« Sie zögerte einen Moment. »Nein, hol heute acht Laibe. Zeig ihm die Münzen und den Schmuck und er wird nehmen, was er braucht. Er ist der einzige Händler im Lager, dem du auf diese Weise vertrauen kannst. Bostar nimmt niemals mehr als der Wert seines Brots. Lerne von ihm, worauf man bei einem Mann achten sollte; er ist einer der Besten.« Sie lud ihre restlichen Münzen und Schmuck auf einem viereckigen Tuch ab und reichte mir ihren leeren Geldbeutel.

»Wer noch?«, fragte ich, während ich den Schmuck für Bostar in den Geldbeutel legte.

Yzebel lachte und faltete den Stoff in ein Säckchen, der den restlichen Schmuck enthielt. »Lass gut sein. Wenn einer vorbeikommt, werde ich ihn dir zeigen.« Sie steckte den Beutel hinter die Bänder ihrer Schürze, zog dann den Gürtel meines Kleids enger. »Du siehst, wo die Sonne ist?«

Ich schützte meine Augen vor der Sonne und schaute mit zusammengekniffenen Augen in den Himmel. »Es ist beinahe Vormittag.«

»Sei zurück, bevor die Sonne die Baumspitzen erreicht.«

»Das werde ich. Keine Sorge.«

* * * * *

Auf dem Weg zu Bostars Zelt traf ich auf das Sklavenmädchen vom Tag zuvor. Sie saß auf einem kleinen Schemel außerhalb des schwarzen Zelts mit einem Korb mit Baumwolle neben sich. Ich hielt an, um zu beobachten, wie sie einen zugespitzten Stock, der nicht länger als ihr Unterarm war, aufhob. Ein Spinnwirtel aus Ton, wie ein kleines Rad, war in der Nähe eines Endes des Stocks montiert. Sie schenkte mir ein strahlendes Lächeln und nahm eine Baumwollkapsel aus dem Korb, pflückte einige Samen ab, kitzelte ein paar Faserstränge heraus und verband sie mit der Länge des Garns, das bereits um den Schaft ihres Werkzeugs herumgewickelt war. Sie wirbelte dann den schweren Wirtel und begann ihn mit Fasern von den Baumwollkapseln zu füttern, während neues Garn sich um den Spinnschaft schlang.

Das Mädchen war so fachmännisch bei ihrer Aufgabe und ihre Finger so rasch und flink, das Garn schien von selbst länger zu wachsen. Sie nahm mehr Baumwolle aus dem Korb, entfernte die Samen, kitzelte die Fasern heraus und arbeitete sie in die Schnur aus Garn, während sie die ganze Zeit über den Spinnwirtel wirbeln ließ.

Als das Werkzeug schneller in Richtung Boden wirbelte, stand sie auf und fütterte mehr Baumwolle an das Ende des Garns. Bald hielt sie den Spinnstock an, der von dem Garn, das sich um den Schaft schlang, fett in der Mitte angewachsen war, band dann das Ende des neuen Garns an eine neue Schnur, die bereits zu einemKnäuel gerollt war, und begann das Garn vom Schaft abzurollen und es dem anwachsenden Knäuel hinzuzufügen.

»Tin tin ban sunia«, sagte sie und reichte mir den Schaft.

Das Brandmal verunstaltete ihr hübsches Gesicht. Lotaz’ Sklave hatte auch ein Brandzeichen, aber seines war ein anderes Symbol und war vor langer Zeit vernarbt. Dieses Brandzeichen des Mädchens sah wie ein Pfeil mit drei Spitzen aus und es hatte eine sich windende Schlange als Schaft. Das abstoßende Brandzeichen schien neu zu sein und noch nicht vollständig verheilt.

»Was?«, fragte ich.

»Tin tin ban sunia.« Sie zerrte am Garn, das noch um den Schaft geschlungen war.

»Tin bim suny?«

»Tin tin ban sunia.«

»Tin tin ban sunia«, sagte ich und hielt die Enden des Schafts locker in meinen Händen, so dass er frei rotierte.

Das Sklavenmädchen nickte und machte sich an die Arbeit das Garn auf den Knäuel zu wickeln, während ich den Schaft des Werkzeugs hielt.

»Ich verstehe nicht, was das bedeutet.«

Als der Rest des Garns vom Schaft kam, nahm sie ihn mir ab und begann eine neue Schnur zu spinnen.

»Kennst du die Frau, die Lotaz genannt wird?«, fragte ich.

Das Sklavenmädchen drehte den Spinnwirtel und arbeitete den Faden länger und länger, ignorierte mich scheinbar.

»Lotaz hat langes, lockiges Haar«, sagte ich. »Und sie macht Farbe auf ihre Lippen und Wangen.«

Ich nahm eine Baumwollkapsel vom Korb, entfernte die Samen und kitzelte ein paar neue Fasern heraus, wie ich es das Mädchen tun gesehen habe. Sie nahm mir die Baumwolle ab und arbeitete sie rasch in ihre Garnlänge. Ich nahm eine weitere Kapsel auf und wir machten uns an die Arbeit, aber sie reagierte zu keiner Zeit auf irgendeines meiner Worte.

»Kannst du hören, was ich sage?«

Keine Antwort.

»Deine Haare stehen in Flammen!«

Sie nahm eine weitere Baumwollkapsel aus meiner Hand, aber sagte nichts.

»Es gibt einen abscheulichen Soldaten, der hierher rennt, um uns in kleine Stückchen zu hacken und uns an die Löwen zu verfüttern!«

Noch immer nicht die geringste Reaktion. Schließlich sagte ich: »Tin tin ban sunia.«