Блейк Пирс – Gemieden (страница 10)
Was auch immer dort drauf stand, sie bezweifelte, dass sie es überzeugend finden würde. Es bewies bestenfalls, dass einige der Bandmitglieder dort übernachtet hatten.
Sie sagte: „Können ihre Bandkollegen dafür bürgen, dass sie die ganze Nacht bei ihnen gewesen waren?“
Darauf antwortete er nicht. Doch sein Blick verriet, dass die Frage Unbehagen in ihm auslöste. Jenns Misstrauen stieg mit jedem Moment an.
Sie fragte ihn: „Können Sie uns sagen, wie wir ihre Kollegen kontaktieren können?“
„Das kann ich schon“, erwiderte Duane. „Aber ich würde es lieber nicht tun.“
„Wieso nicht?“
„Wir haben uns nicht in bester Freundschaft getrennt. Sie hatten mich gerade aus der Band geschmissen. Möglicherweise sind sie nicht gerade kooperativ.“
Jenn begann nun auf und ab zu laufen.
„Es wäre vielleicht eine gute Idee, wenn Sie kooperieren“, sagte sie.
Duane sagte: „Ach ja? Ist das, was ein Anwalt mir sagen würde? Brauche ich einen Anwalt?“
Jenn antwortete ihm nicht sofort. Doch als sie an einem Wohnzimmerschrank, dessen Türen verschlossen waren, vorbeilief, bemerkte sie, dass Duane sich leicht anspannte. Sie schaute die Tür an und schritt näher heran, drehte sich zu ihm und bemerkte, dass seine Nervosität nur zu wachsen schien.
Sie sagte: „Ich weiß nicht, Duane. Brauchen Sie einen Anwalt?“
Duane sank wieder in seinen Sitzsack und versuchte eine entspannte Miene zu machen.
Er sagte: „Schauen Sie, ich möchte jetzt wirklich dass Sie gehen. Es ist eine ziemlich schlimme Zeit für mich, verstehen Sie? Und Sie machen es nicht einfacher. Und ich habe Rechte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Ihre Fragen nicht beantworten muss.“
Jenn stand nur da und schaute auf Duane, dann auf den Schrank und wieder auf Duane. Sie konnte spüren, dass sie richtig nah dran war, das herauszufinden, was Duane vor ihr verbergen wollte.
Sie griff nach dem Griff der Schranktür, da fuhr Duane abruft zusammen.
Jenn konnte sehen, wie Riley bestimmt den Kopf schüttelte um sie zu warnen, den Schrank auf gar keinen Fall zu öffnen.
Natürlich brauchte Jenn keine Warnung. Sie wusste genau, dass sie ohne Durchsuchungsbefehl den Schrank nicht öffnen durfte. Diese Bewegung war nichts als ein Bluff gewesen – der Versuch eine weitreichendere Reaktion aus dem Mann, der hier lebte, herauszuholen, als es ihr bisher gelungen war.
Und sie hatte auf jeden Fall Erfolg.
Duane streckte eine Hand in Richtung Schrank aus und sagte mit zitternder Stimme…
„Das dürfen Sie nicht machen. Ich habe Rechte.“
Jenn lächelte ihn an, nahm ihre Hand jedoch nicht vom Türgriff.
Sie wollte den retrograden Musiker gerade dazu auffordern mit ihnen aufs Polizeirevier zu kommen und dort weitere Fragen zu beantworten, da sagte Riley plötzlich: „Danke für Ihre Zeit, Mr. Scoville. Wir werden nun gehen.“
Jenns Lächeln wich aus ihrem Gesicht.
Sie war sprachlos. Doch sie sah, dass Riley, Bill und der Polizeichef alle zur Tür gingen.
Gefügig folgte Jenn ihnen aus dem Zimmer hinaus.
Als sie den Hausflur entlang und die Treppe hinuntergingen sagte Riley zu Jenn…
„Was war das eben dort drinnen? Du kannst nicht ohne Durchsuchungsbefehl da rumschnüffeln.“
Jenn sagte: „Das weiß ich, Riley. Ich wollte den Schrank nicht öffnen.“
Riley erwiderte: „Naja, es freut mich das zu hören.“
„Nehmen wir ihn nicht zur weiteren Befragung mit?“, wollte Jenn wissen.
„Nein“, sagte Riley.
„Wieso nicht?“
„Riley seufzte und sagte: “Ich habe Hunger. Lasst uns irgendwo etwas essen gehen. Wir können dort über alles reden.“
Sie legten die Diskussion auf Eis während Chief Brennan sie zu einem Imbiss in der Nähe fuhr. Jenn und ihre Kollegen bestellten ihre üblichen Burger und setzten sich an einen Tisch.
Dann wandte sich Riley an Jenn: „Jetzt erzähl mir, was Du von Duane Scoville hälst.“
Jenn ahnte, dass Riley ihr eine kleine Frage-und-Antwort Lektion in Polizeiarbeit erteilen wollte.
Fang jetzt bloß nicht an dich zu verteidigen, sagte sich Jenn streng. Schließlich würde sie wahrscheinlich tatsächlich etwas lernen, ob es ihr gefiel, oder nicht.
Sie dachte über Rileys Frage nach.
Was halte ich von Duane Scoville?
Sie dachte an ihr Gespräch zurück und führte sich bestimmte Teile davon besonders vor Augen.
Sie erinnerte sich an das Schnauben, als er erwähnte, dass das Vivaldi Stück Robins Lieblingsstück gewesen war…
„Ich hoffe sie spielen es auf ihrer Beerdigung.“
Wieso würde ein Rocker wie er überhaupt Vivaldi hören, erst recht denselben Satz immer und immer wieder?
Außer vielleicht aus Schadenfreude.
Dann erinnerte sie sich an den angewiderten Gesichtsausdruck, als er die Musik ausmachte.
Das war gegen ihn selbst gerichtet.
Jenn konnte sich einen guten Grund vorstellen, aus dem er sich so fühlen könnte.
„Ich glaube, dass er schuldig ist“, sagte Jenn.
Riley lächelte leicht und sagte: „Das glaube ich auch.“
Kapitel sieben
Riley konnte sehen, wie geschockt Jenn aussah von dem, was Riley soeben gesagt hatte. Der Mund der jungen Agentin stand einen Moment lang weit offen.
Jenn schaute kurz zu Bill und Captain Brennan hinüber, die aufmerksam zuhörten und starrte dann wieder Riley an.
Riley unterdrückte ein Lächeln, als sie darauf wartete, dass Jenn etwas sagte.
Endlich fragte Jenn: „Du glaubst auch, dass er schuldig ist? Des Mordes schuldig?“
„Das habe ich nicht gesagt“, entgegnete Riley.
Riley sah, dass Bill nun breit grinste und dass Brennan verwundert dreinschaute. Doch sie wollte nicht genau erklären, was sie meinte, zumindest nicht direkt. Sie wollte, ihre junge Protegé durch Fragen selbst darauf kommen lassen. Schließlich musste Jenn noch viel darüber lernen wie ein Agent der Verhaltensanalyseeinheit zu denken hatte. Und vielleicht konnte Riley Jenn dazu bringen die Dinge aus Rileys Perspektive zu sehen, was Duane Scoville anging. Riley fragte: „Was war dein erster Eindruck, als Du in die Wohnung gekommen bist?“
Jenn runzelte nachdenklich die Stirn. „Naja, es war komisch. Ich meine, die Musik war schon komisch genug, dafür dass er ein Rockmusiker ist. Aber auch wie es dort aussah… Robins kleines Haus war so anders. Alles war so ordentlich. Und so konservativ.“
„Schwer zu glauben, dass sie jemals verheiratet waren, oder?“ fragte Riley.
Jenn zuckte mit den Schultern und sagte: „Na, jedenfalls nich glücklich.“
Riley lächelte ein wenig.
„Es ist nicht so schwer für mich, das zu glauben“, sagte Riley. „Ich habe eine Ahnung, wie es ist sehr jung zu heiraten, wenn man dumm und naiv ist. So ziemlich genauso war es bei mir auch. Robin und Duane waren wahrscheinlich wahnsinnig verliebt und eine Weile lang glücklich zusammen. Ihre Ehe hat vielleicht nicht einmal lange genug angehalten, sodass sie wirklich begreifen konnten, wie wenig sie wirklich gemeinsam hatten.“
Jenn sprudelte los: „Aber – er verhielt sich so…“
Riley sagte: „Schuldig. Ja, ich weiß. Er hatte seinen Gründe. Was meinst du, wieso ihre Ehe in die Brüche gegangen ist? Abgesehen von den Unterschieden, die sie früher oder später wahrscheinlich ohnehin zur Trennung getrieben hätten?“
Jenn starrte ihren unangetasteten Burger an und versuchte offensichtlich auf eine Antwort zu kommen.