Александр Вегнер – ШВАНКИ НЕМЦЕВ ПОВОЛЖЬЯ (страница 1)
Александр Вегнер
ШВАНКИ НЕМЦЕВ ПОВОЛЖЬЯ
Zwei Deutsche im Restaurant
Als der Erste Weltkrieg begann, wurde es den Russlanddeutschen unwohl. Es gab sogar Gerüchte, dass Väterchen Zar, ein Dekret über die Vertreibung der Deutschen von der Wolga nach Sibirien vorbereitet hatte.
In dieser Zeit fuhren zwei Deutsche von Katharinenstadt nach Saratow und gingen inꞌs Restaurant. Sie haben sich voraus vereinbart, kein Deutsch zu sprechen, damit niemand verstehen kann, dass sie Deutsche sind. Beim Kellner bestellten sie mit einem Klick auf den Hals Wodka und strichen die Gerichte auf der Speisekarte mit dem Fingernagel ab. Hier sitzen sie, rauchen und schweigen friedlich. Man bracht ihnen Wodka und Essen. Der erste Deutsche steckte die unabgerauchte Zigarre in seine Tasche. Sie tranken eins und begannen zu essen. Plötzlich spricht der zweite echt Russisch:
— Йоан, тфой кхáфтан гóрит!
— Ja, ja, — antwortete Johan wichtig.
Der Rauch aus dem Kaftan des ersten Deutschen fiel stärker auf.
— Йоан, тфой кхáфтан гóрит! — erinnert der Zweite seinen Freund.
— О ja! Да, да!
Als die Flamme aus Johans Tasche ausbrechen sollte, sprang der zweite Deutsche auf und brüllte:
— Na, Donner Wetter, Johan! Dein Kaftan brennt doch!
Auch Johan sprang auf und brüllte auch:
— Na, Fritz! Donnerwetter! Warum hast du das nicht gleich gesagt?!
Два немца в ресторане
Когда началась Первая мировая война, российским немцам стало тревожно. Даже ходили слухи, что у царя-батюшки заготовлен Указ о выселении немцев из Поволжья в Сибирь.
В те дни два жителя Екатериненштадта поехали по делам в Саратов и зашли пообедать в ресторан. Они заранее договорились не говорить по-немецки, чтобы никто не заподозрил, что они немцы. У официанта они, щелкнув по кадыку, заказали водки и отчеркнули ногтем блюда в меню. Вот они сидят, курят и мирно молчат.
Принесли водки и еды. Первый немец сунул недокуренную сигару в карман. Они выпили по рюмке и принялись есть. Вдруг второй немец говорит первому на чистом русском языке:
— Йоган, тфой кхáфтан гóрит!
— Да, да, — важно ответил Йоган.
Дым из кафтана первого немца повалил сильней.
— Йоган, тфой кхáфтан гóрит! — напомнил ему друг.
— О я! Да, да! Я знает!
И вот, когда из кармана Йогана вот-вот должно было вырваться пламя, второй немец вскочил и заревел:
— No, Donner Wetter, Johan! Dein Kaftan brennt doch!1
Йоган тоже вскочил и тоже заревел:
— No, Fritz! Donner Wetter! Warum hast du es gleich nicht gesagt?!2
Die schwachsichtige Braut
Marie war sehbehindert, und keiner wollte sie heiraten. Eine alte Kupplerin möchte ihr helfen. Sie ging zu einem Mann, der auch heiraten wollte, und beschrieb ihm Maria in den schönsten Worten.
— Aber, ich hörte, sie ist fast blind, — sagte der Mann.
— Lügen! – erwiderte die Frau. — Sie sieht nicht schlechter, als andere.
Dann kam sie zu Marie und fing an sie zu lehren:
— Morgen komm ich mit ihm, stecke meine Anstecknadel in Torpfosten und sage:
«Ach, wo habe ich denn meine Anstecknadel hingesteckt, ich hatte sie doch nur jetzt». Und du sagst: «Hier steckt sie ja im Torpfosten».
Am anderen Tag kam die Kupplerin mit dem Bräutigam. Nachdem sie die Jungen bekannt machte, sagte sie aufgeregt:
— Ach, wo habe ich denn meine Anstecknadel hingesteckt, ich hatte sie doch nur jetzt.
Aber die Braut schweigt und schaut sich verloren um. Die Alte fragt wieder, und wieder ist Marie ruhig. Die Frau glaubte, Marie hat ihre Überredung vergessen und will ihr helfen:
— Vielleicht habe ich sie in Torpfosten gesteckt, Marie, siehst du sie nicht?
Marie antwortete verzweifelt:
— Die Anstecknadel sehe ich ja, aber den Torpfosten nicht.
Слабовидящая невеста
Мария очень плохо видела, и никто не брал её замуж. Но нашлась старая сваха, пожелавшая ей помочь. Она пошла к одинокому господину, мечтавшему жениться, и расписала ему Марию в самых восторженных выражениях.
— Но я слышал, что она почти слепая, — сказал господин.
— Враньё! — возразила сваха. — Она видит не хуже других.
Затем она явилась к Марии и стала учить её:
— Завтра я приеду с женихом, воткну булавку в косяк ворот и скажу: «Ах, куда я дела cвою булавку, она ведь только что была у меня в руках». А ты скажешь: «Так вот же она в косяке торчит».
Назавтра сваха приехала с женихом. Познакомив молодых, она вдруг всполошилась:
— Ах, куда я дела свою булавку, я ведь её только что держала в руках.
Но невеста молчала и растеряно озиралась. Старуха спросила снова, но Мария по-прежнему молчала. Сваха подумала, что невеста забыла их уговор и решила ей помочь:
— Может я воткнула её в косяк? Мария, ты не видишь?
Мария ответила:
— Булавку-то я вижу, но не вижу косяка.
Schwarze Magie
Es lebte eins in Katharienenstadt (heute die Stadt Marx) ein Mann, der sich so vorstellte:
— Doktor der schwarze Magie Woroshujskij.
Man hörte, dass er zaubern kann, und ist mit bösen Geistern bekannt.
Zur selben Zeit lebte dort auch jemand Wagner, der die Wissenschaft sehr schätzte.
Einmal sammelten sich Männer in einer Kneipe in Katharienenstadt. Man sprach über schwarze Magie und erzählte einander viele erstaunliche Geschichte. Wagner hörte mit und sagte:
— Männer, schämt euch! Das zwanzigste Jahrhundert steht vor’m Tor! Es ist längst festgestellt worden, dass so was nicht möglich ist.
— Aber Doktor Woroshujskij?! Willst du sagen, er kann nichts? Alle wissen, dass er in verschiedener Zauberei stark ist.
Und die Männer erzählten Geschichten über Woroshujskij und seine Zauberei. Jeder Erzähler behauptet, er hätte alles mit eigenen Augen gesehen.
Aber Wagner glaubte kein Wort und sagte, das wären alles entweder Tricks oder Lügen. Das kam Woroshujskij zu Ohren.
— Lässt ihn mal zu mir kommen, ich werde ihm zeigen, was die schwarze Magie kann, — sagte er.
Die Männer machten sich auf den Weg zum Skeptiker. Der las gerade eine wissenschaftliche Zeitschrift.
— Woroshujskij ruft dich zu sich. Er will dir zeigen, was die schwarze Magie kann, — sagten die Männer. — Oder hast du Angst?
— Nein, kommt alle mit mir, und überzeugt euch, dass еs alles Betrug ist.